Wo bekomme ich Hilfe?

Trotz vieler Ansätze und Versuche im allgemeinen Gesundheitswesen, das Thema HIV und AIDS der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben nicht nur hierzulande viele Menschen weiterhin Berührungsängste, wenn es um eine HIV-Infektion und AIDS geht. Sicherlich ist die AIDS-Beratung im engeren Sinne für HIV-Infizierte und ihre Angehörigen gedacht. Doch es geht darüber hinaus vor allem um das wichtige Thema Prävention. Wie kann ich mich und meine Sexualpartner vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Trotz der medizinischen Fortschritte der letzten Jahre ist HIV auch weiterhin nicht heilbar. Auch ist zurzeit kein wirksamer Impfstoff gegen HIV verfügbar. Da die vorhandenen antiretroviralen Arzneimittel den Ausbruch der voll ausgebildeten AIDS-Erkrankung nur bei konsequenter und lebenslanger Anwendung unterbinden können, kommt entsprechenden Informationen zu dem Verlauf dieser Krankheit höchste Bedeutung zu. Auch heute noch ist die psychische Belastung im Kontext eines positiven HIV-Tests nicht zu unterschätzen. Niemand muss dabei als Betroffener allein bleiben. Wer mehr über HIV und AIDS weiß, wird sich therapietreuer bei der Einnahme der antiviralen Arzneimittel verhalten und möglichen Nebenwirkungen der Medikamente gelassener begegnen. Nutzen Sie eine qualifizierte AIDS-Beratung, um zu lernen, womit Sie es bei einer HIV-Infektion genau zu tun haben und wie eine notwendige HIV-Therapie konsequent durchgeführt wird. Auf unseren Seiten finden Sie Informationen zu HIV-Schwerpunktpraxen, AIDS-Hilfe-Gruppen in Ihrer Nähe und Fachgesellschaften, die gerne eine AIDS-Beratung anbieten. Weitere Informationsmöglichkeiten bieten diverse Links.

AIDS-Beratung – worüber wird beraten?

Hilfe bei HIV positiv | positiv-leben.deDas Wissen zum Thema HIV-Infektion und AIDS ist auch über 30 Jahre nach der Entdeckung des HI-Virus vielfach von Missverständnissen geprägt. Noch immer wird HIV fälschlicherweise mit AIDS gleichgesetzt. Noch immer sind viele Menschen der Auffassung, dass HIV und AIDS sie nicht betreffen, da sie keiner entsprechenden Risikogruppe anzugehören glauben. HIV und AIDS kann allerdings nur effektiv begegnet werden, wenn sich jedermann mit den Erfordernissen einer HIV-Prophylaxe auseinandersetzt. Der wirksamste Schutz gegen AIDS ist, die HIV-Infektion zu verhindern. Wer gut über HIV/AIDS informiert ist, kann sich ohne großen Aufwand oder persönlichen Verzicht gegen eine Infektion schützen. Dieses Wissen zu verbreiten, dazu leisten unter anderem AIDS-Beratungen ihren wertvollen Beitrag. Deshalb hat es sich die AIDS-Beratung nicht nur zur Aufgabe gemacht, HIV-Infizierte entsprechend bei der Bewältigung ihres weiteren Lebens zu unterstützen, sondern zu aktuellen Informationen über den Themenkreis HIV/AIDS in weiten Bevölkerungskreisen beizutragen. AIDS-Berater bieten nicht nur Informationen und Hilfe zu HIV-positiv, sondern auch allgemein zur HIV-Prophylaxe und zur Aufklärung über HIV bzw. AIDS, um weit verbreitete Vorurteile abzubauen.

HIV und AIDS sind zwei verschiedene Dinge

Wenn man HIV und AIDS miteinander gleichsetzt, verkennt man den medizinischen Hintergrund der Erkrankungen. Tatsächlich ist die HIV-Infektion die Grundlage für die Ausbildung von AIDS. Unerkannt und unbehandelt vernichtet HIV schrittweise das menschliche Immunsystem. Sogenannte opportunistische Infektionen wie schwere Lungenentzündungen, Tuberkulose und andere können dann den wehrlosen Organismus befallen. Sie können zum Tod des Betroffenen führen, weil sie im Zuge der nicht mehr vorhandenen eigenen Immunabwehr äußerst schwierig zu behandeln sind.

Von einer AIDS-Erkrankung im Sinne einer erworbenen Immunschwäche spricht man deshalb erst, wenn die HIV-Infektion ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Nach der Erstinfektion mit HIV vergehen oftmals bis zu 10 Jahre bevor die Diagnose HIV gestellt wird. In dieser Zeit vermehrt sich das Virus unauffällig und ohne besondere Symptome in Zellen des Immunsystems, die dabei nach und nach zugrunde gehen. Die Infektion wird dabei zunächst noch durch das eigene Immunsystem unterdrückt, doch mit zunehmender Schwächung der Körperabwehr wird der HIV-Infizierte anfällig gegenüber opportunistischen Infektionen. Als Folge kann sich das Stadium AIDS entwickeln.

Lebenslange HIV-Therapie

HIV-Therapie ist somit immer AIDS-Prophylaxe, weil es darum geht, den Ausbruch von AIDS nach einer HIV-Infektion zu unterbinden. Die heute verfügbaren sehr wirksamen antiretroviralen Arzneimittel zielen genau darauf ab und haben der HIV-Infektion ihren Schrecken nehmen können. Jedoch muss sich jeder HIV-Infizierte der Tatsache bewusst sein, dass eine erfolgversprechende Therapie lebenslang und konsequent erfolgen muss. Eine Infektion mit HIV ist daher weiterhin eine chronische und je nach den individuellen Gegebenheiten schwere Erkrankung, die das weitere Leben Betroffener maßgeblich prägen wird. Gut informiert ist ein positives Leben mit HIV ohne weiteres möglich.

Seelische Unterstützung in der AIDS-Beratung

Ein positiver HIV-Test verändert für viele Betroffene das eigene Leben. Neben den Fragen wieso, weshalb und warum tritt bei vielen zusätzliche Unsicherheit auf, wie das Umfeld (Freunde, Familie, Arbeitskollegen…) auf die Infektion reagiert, denn eine Stigmatisierung von HIV ist auch heute in der Gesellschaft leider sehr stark verbreitet. Manche Menschen werden damit besser fertig, andere hadern mit ihrem Schicksal. Es ist deshalb auch Aufgabe einer AIDS-Beratung, über ein Leben mit HIV zu informieren und Betroffene dabei zu unterstützen, mit der Infektion ihr Leben positiv zu getalten. Vielfach tun sich Angehörige und Lebenspartner schwer mit einer entsprechenden Diagnose. Die Unsicherheiten hinsichtlich der Ansteckungsmöglichkeiten sind noch immer groß. Viele können sich nämlich nicht vorstellen, dass HIV eine beim alltäglichen Zusammensein schwer übertragbare Krankheit ist, die sich nicht wie jeder banale grippale Infekt per Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum anderen verbreitet. Es gilt, ein Bewusstsein zu schaffen, dass generalisierende Berührungsängste mit HIV-Infizierten unnötig sind, weil HIV nur durch den Austausch von Körperflüssigkeiten und den Kontakt über Wunden beziehungsweise Schleimhäute übertragen wird.

Erfahren Sie mehr zur HIV-Therapie bei der AIDS-Beratung

Für HIV-Infizierte und ihre Angehörigen ist es wichtig, sich über die Möglichkeiten und Grenzen der HIV-Therapie zu informieren. Neben der medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapie sind auch Unterstützungsangebote für HIV-Positive wichtig. Auch dabei leistet die AIDS-Beratung einen großen Beitrag. Die derzeit verfügbaren antiviralen Arzneimittel behindern die weitere Ausbreitung des Virus im Organismus und senken die Viruslast teilweise unter die Nachweisgrenze. Ziel der Therapie ist die Stabilisierung der körpereigenen Immunabwehr und Aufrechterhaltung der Lebensqualität. Darüber hinaus soll die Ansteckung des Partners oder weiterer Personen verhindert werden. Bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze ist die Übertragungswahrscheinlichkeit für HIV nahe zu null. Voraussetzung für jede erfolgreiche HIV-Therapie ist allerdings, dass der Betroffene die Arzneimittel durchgehend anwendet. Wird die Behandlung nicht oder unregelmäßig fortgesetzt, kann die Viruslast unverzüglich wieder ansteigen und langfristig die Ausbildung von AIDS erfolgen.

Es ist deshalb eines der wesentlichen Anliegen in der AIDS-Beratung, HIV-Infizierten eine konsequente HIV-Therapie nahe zu bringen. Damit hat die Beratung in Sachen HIV/AIDS eine nicht zu unterschätzende Bedeutung im Hinblick auf die Bekämpfung von HIV. Schließlich findet jeder, der Hilfe bei der Diagnose HIV-positiv benötigt, bei den AIDS-Hilfen einfühlsame und persönliche Ansprechpartner, die ihm die Angst im Umgang mit HIV nehmen können. Wer befürchtet, aufgrund seiner HIV-Infektion diskriminiert zu werden, kann auch anonyme Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Es wird vielmehr an die Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Betroffenen appelliert, die vorhandenen Behandlungsangebote anzunehmen und konsequent zu verfolgen.

HIV-Therapie mit u.a. HIV-Generika

Ärzte in HIV-Schwerpunktpraxen, Klinikambulanzen oder Apotheker beraten Patienten spezifisch zu den verschiedenen verfügbaren HIV-Arzneimitteln. Eine konsequente Therapie in Sachen HIV erfordert nicht nur die Therapietreue des Betroffenen, sondern hat auch einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor für das Gesundheitsystem. Inzwischen sind HIV-Generika auf dem Markt, die preisgünstiger sind als die Originalarzneimittel gegen HIV, ohne dass es dabei zu einer verminderten Wirksamkeit kommt. Es ist wichtig zu wissen, dass eine Arzneimittelentwicklung allgemein erhebliche zeitliche und finanzielle Aufwendungen von den Herstellerfirmen verlangt. Bis ein sicheres und wirksames Arzneimittel zur Marktreife kommt, vergehen oftmals viele Jahre in der Forschung und Entwicklung. Deshalb dürfen Arzneimittelhersteller ihre originären Entwicklungen für 20 Jahre lang patentieren lassen, um über eine exklusive Vermarktung ihre Entwicklungskosten zu refinanzieren und potentielle Gewinne in weitere Entwicklungen investieren zu können.

Diese Umstände bedingen es, dass Originalpräparate oft sehr teuer sind, besonders, wenn es sich um so komplexe Arzneimittel wie im Bereich HIV handelt. Erst sogenannte Generika – das sind die nach dem Auslaufen des Patentschutzes entwickelten Nachfolgepräparate – vermögen es vielfach, Arzneimittel im öffentlichen Gesundheitssystem für alle zugänglich zu machen, weil sie wesentlich kostengünstiger sind. Auch die HIV-Generika tragen wesentlich dazu bei, dass für alle HIV-Infizierten hierzulande eine wirksame und kostengünstige medikamentöse Therapie verfügbar ist.

AIDS-Beratung – wer bietet sie an?

Das Angebot an Anlaufstellen für die AIDS-Beratung ist groß. Online finden Sie erste allgemeine Informationen für den Einstieg in das Thema, wenn Sie zum Beispiel „Hilfe HIV positiv“ googeln. Wenn Sie konkrete Hilfe zu HIV-positiv und zum Leben mit HIV benötigen, bieten sich als Ansprechpartner Ärzte mit Expertise in der HIV-Behandlung oder zunächst gemeinnützige öffentliche und private Träger von AIDS-Beratungsstellen der deutschen AIDS-Hilfe an. Diese Ansprechpartner bieten Ihnen den Vorteil, dass Sie mit Ihnen persönlich in einer angenehmen sowie einfühlsamen Atmosphäre auch Ihre ganz individuellen Anliegen im Kontext einer HIV-Infektion besprechen können. Oft beraten andere Betroffene Neu-Infizierte. Vielfach sind AIDS-Beratungsstellen ebenso Anlaufstellen, wenn Sie einen AIDS-Test durchführen lassen wollen; oft werden kostenfreie Tests angeboten. Auch hier müssen Sie keine Berührungsängste haben, weil die Testergebnisse anonym und vertraulich behandelt werden. Ein solcher HIV-Test gibt Ihnen etwa in einer sich anbahnenden monogamen Beziehung zu einem Sexualpartner die Sicherheit, dass Sie und Ihr Partner nicht mit HIV infiziert sind. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang immer, dass nicht nur besondere Risikogruppen von einer HIV-Infektion bedroht sind.

Bei den AIDS-Beratungsstellen erfahren Sie mehr dazu, wie Sie sich vor einer Infektion mit dem HI-Virus wirksam schützen können. Solange es keine Impfung gegen eine HIV-Infektion gibt, ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema HIV notwendig. Auch wenn die heute verfügbaren antiviralen Arzneimittel den Ausbruch von AIDS und damit das Schlimmste verhindern können, sollten Sie einen leichtsinnigen Umgang mit HIV vermeiden. Das bedeutet, dass Kondome besonders bei wechselnden Sexualpartnern weiterhin Mittel der Wahl in der HIV-Prophylaxe sind. Auch die medikamentöse Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) kann vor einer HIV-Infektion schützen, sie verhindert aber nicht eine mögliche Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel Syphilis.

Bedenken Sie auch, dass AIDS in manchen anderen Ländern ein noch viel größeres Problem darstellt als bei uns in Deutschland. Vielerorts fehlt es an den finanziellen Möglichkeiten zu einer konsequenten HIV-Therapie bzw. AIDS-Therapie, an einem bewussten Umgang mit dem meist tabuisierten Thema HIV/AIDS sowie an sterilen Einweg-Hilfsmitteln in der Medizin.

Jede AIDS-Beratung kann nur so viel leisten, wie sie in Anspruch genommen wird. Nutzen Sie alle Möglichkeiten im Kampf gegen HIV/AIDS.

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