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HIV-Symptome: Kann man HIV erkennen?

HIV-Symptome sind nicht ohne weiteres zuordenbar. So kann es passieren, dass manche Infizierte die ersten Symptome nicht erkennen oder einer anderen Ursache zuordnen. Ein HIV-Test ist der einzige Weg, um zu klären, ob eine HIV-Infektion vorliegt oder auch nicht. Er ist auch deshalb wichtig, um möglichst schnell eine HIV-Therapie zu beginnen und um andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Lesen Sie, welche Symptome in welchem Stadium der Erkrankung auf eine Infektion hinweisen können.

HIV-Symptome in den verschiedenen Phasen der Erkrankung

Ob und in welchem Maße HIV-Symptome auftreten, ist abhängig von dem jeweiligen Stadium, das die HIV-Infektion durchläuft. Insgesamt sind es vier Stadien, die in die akute oder primäre Infektion, die asymptomatische Phase oder symptomfreie Phase, die symptomatische Phase und in AIDS unterteilt werden. Die Symptome in den einzelnen Stadien können je nach Patient variieren. Wichtig für Betroffene zu wissen ist, dass das HI-Virus das Immunsystem Stück für Stück abbaut, wenn keine HIV-Therapie oder AIDS-Therapie stattfindet. Das bedeutet, dass sich das Immunsystem mit Fortschreiten der Infektion und ohne medikamentöse Behandlung immer weniger gegen Viren, Bakterien und Krankheiten schützen kann.

1. HIV-Symptome der akuten oder primären Infektion

Die akute oder primäre Infektion beginnt mit der Ansteckung durch HI-Viren. Nach etwa drei Wochen können bis zu einer Dauer von sechs Wochen akute Beschwerden auftreten. Etwa 50 bis 90 Prozent der Infizierten berichten in dieser Phase von grippeähnlichen Symptomen. Dabei kann es sich um Müdigkeit oder Kopfschmerzen handeln, um Halsschmerzen, Nachtschweiß, Muskel- und Gelenkschmerzen, die von Fieber und Schüttelfrost sowie von einer Schwellung der Lymphknoten im Bereich des Halses oder der Leiste begleitet werden. Es kann auch zu einem Hautausschlag mit Bläschen- oder Pustelbildung kommen sowie zu Erbrechen oder Durchfall. Diese unspezifischen HIV-Symptome verschwinden meistens ebenso schnell wieder, wie sie gekommen sind. In vielen Fällen kann die akute oder primäre Infektion völlig symptomfrei sein, sodass die Infektion mit HIV oftmals nicht als solche erkannt wird.

Für diese HIV-Symptome der akuten oder primären Infektion gibt es Gründe. In der Phase der akuten oder primären Infektion ist die Konzentration der HI-Viren besonders hoch, da sie sich im ganzen Körper ausbreiten. Sie greifen gesunde Zellen an und besetzen sie mit ihrem Erbgut. Zunächst kann sich das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern wehren, was zu einer Immunreaktion führen und die genannten Symptome hervorrufen kann. Das HI-Virus dockt an bestimmte Zellen im Immunsystem an. Es erkennt sie anhand bestimmter Proteine auf der Zelloberfläche, bei denen es sich um sogenannte CD4-Zellen beziehungsweise T-Helferzellen handelt. Mit der weiteren Ausbreitung des HI-Virus verringert sich die Zahl der CD4-Zellen, die zusammen mit der sogenannten Viruslast die entscheidende Kenngröße im Blut sind, mit der sich das Fortschreiten einer HI- Infektion nachweisen lässt. Es ist also das veränderte Blutbild, das über einen längeren Zeitraum zu den stillen und verlässlichen HIV-Symptomen zählt.

2. Die HIV-Symptome der asymptomatischen oder symptomfreien Phase

Nachdem die akute oder primäre Infektionsphase überstanden ist, fühlen sich die meisten Infizierten gesund mit dem Ergebnis, dass keine weiteren Beschwerden oder Symptome auftreten. Deshalb heißt es auch, dass HIV in dieser symptomfreien Phase latent ist. Sie kann wenige Monate, aber auch bis zu fünfzehn Jahren andauern, wobei die durchschnittliche Dauer bei sechs Jahren liegt.

In der asymptomatischen Phase erfahren Infizierte meistens keine HIV-Symptome, weshalb sie auch symptomfreie Phase genannt wird. Trotzdem breitet sich das HI-Virus immer weiter aus. Das Immunsystem schafft es jedoch, das Gleichgewicht zwischen der Vermehrung des Virus und der Produktion von Antikörpern zu halten. Das ist der Grund, warum Infizierte in dieser symptomfreien Phase keine Beschwerden haben. Die Dauer der asymptomatischen Phase ist insbesondere abhängig vom Gesundheitszustand des Infizierten. Auch wenn keine HIV-Symptome auftreten, können auch in dieser Phase Veränderungen im Blutbild nachgewiesen werden.

3. HIV-Symptome in der symptomatischen Phase

In der symptomatischen Phase ist das Immunsystem bereits deutlich geschwächt. Sie verdankt ihren Namen der Tatsache, dass die HIV-Symptome der akuten oder primären Infektion erneut auftreten. Im Unterschied dazu sind sie in der symptomatischen Phase bereits chronisch und werden zu einem späteren Zeitpunkt von Gewichtsverlust und Atemnot begleitet. Die Infektion schreitet weiter voran und wird von verschiedenen Erkrankungen flankiert, die bei Infizierten jeweils variieren können. Es kann zu Fieberschüben kommen von über 38,5 Grad Celsius, ohne dass eine Ursache erkennbar ist. Auch chronischer Durchfall gehört zu den Merkmalen der symptomatischen Phase, der länger als einen Monat andauern kann. Manche Infizierte leiden unter einer Gürtelrose oder unter Pilzinfektionen im Mund. Es kann außerdem zu Lymphknotenschwellungen und zu einer Verringerung der Blutplättchen, der sogenannten Thrombozyten, kommen. Auch in der symptomatischen Phase handelt es sich um Symptome, die unspezifisch sind und auch im Kontext mit anderen Erkrankungen auftreten können.

4. Das vollklinische Krankheitsbild AIDS

Um nicht an AIDS zu erkranken, ist eine rechtzeitig eingeleitete Therapie unabdingbar, die die unkontrollierte Ausbreitung der HI-Viren unterbindet. Sie verhindert das vollklinische Krankheitsbild AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome), das mit verschiedenen Sekundärerkrankungen in Verbindung steht. Das gilt unter der Voraussetzung, dass die Behandlung mit antiviralen Arzneimitteln oder HIV-Generika frühzeitig nach der Erstinfektion, konsequent und lebenslang durchgeführt wird. Die Diagnose AIDS wird gestellt, wenn es zu AIDS-definierenden Erkrankungen kommt, was meistens nach acht bis zehn Jahren ohne Behandlung passiert. Das Immunsystem ist dann so geschwächt, dass es außerstande ist, selbst harmlose Krankheitserreger abzuwehren. Tatsächlich erfährt nahezu jeder Dritte mit HIV-Infizierte erst dann von seiner Erkrankung, wenn es zu dem vollklinischen Krankheitsbild AIDS kommt.

Zu den AIDS-definierenden Erkrankungen gehören diese:

- Tumorerkrankungen
- Maligne Lymphome: Dabei handelt es sich um Veränderungen der Lymphknoten, die bösartig sind und zu einer Vergrößerung führen. Im Zusammenhang mit malignen Lymphomen kommt es häufig zu einem Gewichtsverlust. Außerdem können Nachtschweiß und Fieber auftreten.
- Kaposi-Sarkom: Das ist ein Hautkrebs. Er tritt meistens bei älteren Männern auf und wird durch braun-bläuliche oder violette Flecken sichtbar, die insbesondere an den Beinen sichtbar werden. Das Kaposi-Sarkom führt außerdem zu blau-roten Knoten am Gaumen. Auch innere Organe werden in Mitleidenschaft gezogen, unter anderem die Leber, der Magen, der Darm und die Lunge.
- Opportunistische Infektionen: Das sind Infektionen, die für Menschen mit einem gesunden Immunsystem regelmäßig ungefährlich sind und die nur im Zusammenhang mit einer Immunschwäche auftreten. Zu den am häufigsten vorkommenden opportunistischen Infektionen gehören Pilzerkrankungen der Speiseröhre und der Atemwege, Lungenentzündungen und eine Toxoplasmose des Gehirns.
- Wasting-Syndrom: Das Wasting-Syndrom bedingt einen Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent des ursprünglichen Körpergewichts. Verschärft wird der Gewichtsverlust durch anhaltenden Durchfall, der eine Dauer von mindestens 30 Tagen hat. Es kann außerdem zu Abgeschlagenheit und Fieber ohne erkennbare Ursache kommen.
- HIV-assoziierte Enzephalopathie: Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die zu einem fortschreitenden Abbau des Gehirns führt.

HIV-Symptome: Risikogruppen sollten sich regelmäßig auf HIV testen lassen

Ob eine HIV-Infektion rechtzeitig erkannt wird und ob eine HIV-Therapie eingeleitet werden kann, hängt davon ab, wie aufmerksam Sie als Infizierter, Ihr Umfeld oder auch Ihr Hausarzt mit den auftretenden Symptomen umgehen. Bei sexuellem Risikoverhalten ist es deshalb wichtig, dass Sie sich regelmäßig auf HIV testen lassen, denn nur eine konsequent und dauerhaft durchgeführte Therapie führt dazu, dass sich das vollklinische Krankheitsbild AIDS nicht ausbilden kann.

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