Häufige Fragen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema HIV und AIDS.

  • 1. Wie kann ich mich vor HIV schützen?

    Der beste Schutz vor einer HIV-Infektion ist zunächst das Wissen um die potentiellen Übertragungswege. Eine Ansteckung ist möglich über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch sowie über den intensiven Kontakt zwischen den Schleimhäuten, wie er beim Geschlechtsverkehr vorkommt. Bei sexuellen Kontakten, Schwangerschaft oder Geburt und bei intravenösem Drogengebrauch kann HIV übertragen werden. Dazu muss das Virus in ausreichender Menge in den Körper oder auf die Schleimhaut gelangen. Safer Sex-Praktiken, insbesondere die Benutzung von Kondomen, sind nach wie vor Mittel der Wahl als Schutz vor einer HIV-Infektion sowie vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Ferner dürfen Drogenabhängige auf keinen Fall Spritzenutensilien mit anderen Abhängigen teilen.

    Seit Kurzem sind auch antiretrovirale Medikamente als Prophylaxe für HIV-negative Menschen in Zusammenhang mit Safer Sex-Praktiken in Deutschland zugelassen. Man spricht hier von der sogenannten Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). 

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    HIV-Test und Prävention
    Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP)

  • 2. Ist Safer Sex nach wie vor gültig?

    Ja, mehr denn je. Denn die Zahl der HIV-Neuinfektionen geht laut Robert-Koch-Institut in Deutschland in den letzten Jahren entgegen den Erwartungen nicht zurück. Sie liegt nach wie vor bei mehr als 3.000 Neuinfektionen pro Jahr. Bei den neu Infizierten handelt es sich vor allem um Männer, die Sex mit Männern haben. Sie haben einen Anteil von 70 % an den neu Infizierten. An zweiter Stelle stehen mit 23 % Heterosexuelle.

    Darüber hinaus gibt es einen sehr starken Anstieg anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen. Die Zahl der Syphilis-Fälle ist zum Beispiel deutlich gestiegen.

    Daher ist die Verwendung von Kondomen nach wie vor wichtig, um die Übertragung von HIV- und STI-Infektionen zu vermeiden.

    Weiterlesen unter:

    Wie kann ich mich, meinen Partner oder mein Kind vor einer HIV-Infektion schützen?

  • 3. Wie kann ich mich testen lassen?

    Sie können sich zum Beispiel beim Hausarzt, bei der deutschen AIDS-Hilfe oder bei Gesundheitsämtern testen lassen. Letztere haben den Vorteil, dass der Test anonym vorgenommen wird und das Ergebnis in keiner Krankenakte festgehalten wird.

    Der Test erfordert von Ihnen etwas Zeit und Geduld, denn ein Ergebnis kann nicht direkt nach einem Risikokontakt vorliegen. Der HIV-Test wird in zwei Schritten durchgeführt. Im ersten Schritt wird ein sogenannter Suchtest vorgenommen, der im Blut des Betroffenen die HI-Virus-Infektion nachweist. Man unterscheidet hier verschiedene Testmethoden. Mit einer einfachen Methode, dem Schnelltest, erhalten Sie ca. 30 Minuten nach der Blutentnahme das Ergebnis. Doch hier werden nur die Antikörper nachgewiesen, die Ihr Körper erst im Laufe einiger Wochen nach der HIV-Infektion im Blut gegen die Virusbestandteile bildet. Diese Antikörper können oftmals nach drei bis sechs Wochen, in der Regel spätestens nach drei Monaten, zuverlässig nachgewiesen werden.

    Eine zuverlässigere und besonders für frühe Stadien der Infektion besser geeignete Testmethode, stellt der Labortest der 4. Generation dar. Diese Methode weist das HI-Virus sowohl indirekt über die gebildeten Antikörper als auch direkt über Eiweißbestandteile des Viruspartikels nach. Dadurch kann die HIV-Infektion schon ca. 6 Wochen nach der Infektion sicher nachgewiesen werden.

    Nach einem positiven Ergebnis im Suchtest wird im zweiten Schritt einige Wochen später ein hoch empfindlicher Bestätigungstest für den Nachweis von HIV-Antikörpern vorgenommen.

    Nur wenn im Suchtest und im Bestätigungstest jeweils ein positives Ergebnis vorliegt, gilt der Patient als HIV-Positiv!

    Weiterlesen unter:

    HIV-Test und Prävention: HIV-Testverfahren

  • 4. Wo bekomme ich Hilfe?

    Persönliche Beratung bekommen Sie an den verschiedenen Standorten der deutschen AIDS-Hilfe. Abgesehen von einer Beratung erhalten Sie durch HIV-behandelnde Ärzte eine fundierte medizinische Betreuung.

    Darüber hinaus gibt es zahlreiche Informationsangebote im Internet.

    Nutzen Sie dazu gern unsere Linksammlung unter:

    Wo bekomme ich Hilfe?

  • 5. Wie wird HIV behandelt?

    Bisher kann man die HIV nicht heilen. Aber es gibt inzwischen über 30 verschiedene Medikamente gegen die Vermehrung von HI-Viren und neue Präparate befinden sich in der Entwicklung.

    Die modernen Kombinationstherapien (auch: antiretrovirale Therapie = ART bzw. Hoch aktive ART = HAART) können dem Virus Einiges entgegensetzen, das Leben von Menschen mit HIV deutlich verlängern und die Lebensqualität verbessern. In der Regel werden mindestens drei verschiedene antiretrovirale Substanzen kombiniert, um die Zahl der Viren im Körper auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig das Immunsystem des Betroffenen zu stärken. Es handelt sich bei der HIV-Therapie um eine Langzeittherapie, für die eine kontinuierliche Betreuung durch den HIV-Arzt Ihres Vertrauens und Ihre kooperative Mitarbeit enorm wichtig sind.

    Weiterlesen unter:

    HIV-Therapie

  • 6. Ist HIV heilbar?

    Die HIV-Forschung hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Dennoch kann man die HIV-Infektion zurzeit noch nicht heilen. Die HIV-Therapie muss sich derzeit darauf beschränken, die Anzahl der HI-Viren im Blut zu senken und damit die Ausbildung von AIDS zu verhindern. Meist gelingt es bereits, die Zahl der HI-Viren im Blut unter die Nachweisgrenze zu senken. Dennoch bedeutet dies nicht, dass alle Viren aus dem Körper entfernt sind und der Betroffene geheilt ist. Vielfach ermöglicht ihm aber die konsequente Behandlung mit den entsprechenden HIV-Arzneimitteln, ein fast normales Leben zu führen. Leider bleiben allerdings trotz optimaler HIV-Therapie immer noch HIV-Erreger im Körper zurück. Wenn der Betroffene die HIV-Therapie beendet, können diese sich wieder vermehren und letztendlich das Vollbild AIDS ausbilden. Leider muss man deshalb die Frage „Ist HIV heilbar?“ zum jetzigen Zeitpunkt noch immer mit „Nein“ beantworten. Man arbeitet darauf hin, entsprechende Impfstoffe gegen das HI-Virus zu entwickeln. Auch weitere, noch effektivere antivirale Arzneimittel werden erforscht. Diese Entwicklung kann allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

    Ist HIV schon heilbar? Bisherige Fortschritte in der HIV-Therapie

    Im Kontext von HIV und AIDS gestellte Fragen und den Antworten dazu umfassen immer die mögliche Heilbarkeit der HIV-Infektion. Dabei muss man allerdings den Unterschied zwischen HIV und AIDS beachten. Unter der Abkürzung HIV versteht man das Virus, das die Immunschwäche auslöst, AIDS stellt den Endpunkt einer HIV-Infektion dar, bei der es zu opportunistischen Infektionen sowie zur Ausbildung von Tumoren bei den Betroffenen kommt. Die Entwicklung moderner antiviraler Arzneimittel hat dazu geführt, dass heute nicht mehr jeder HIV-Infizierte automatisch an AIDS erkrankt. Nicht zuletzt moderne HIV-Generika haben außerdem antiretrovirale Arzneimittel hierzulande für alle Betroffenen auch im Hinblick auf die Solidargemeinschaft erschwinglich werden lassen.

    Im Gegensatz zu vergangenen Jahrzehnten, in denen sich Ärzte auf die schwierige Behandlung der AIDS assoziierten Krankheitsbilder beschränken mussten, kann der Ausbruch von AIDS bei rechtzeitiger Behandlung mit den Arzneimitteln heute vielfach ganz unterbunden werden. Auch wenn die Frage „Ist HIV heilbar?“ noch immer nicht mit einem „Ja“ beantwortet werden kann, hat die HIV-Therapie große Fortschritte gemacht.

    Ist HIV heilbar? – Warum das HI-Virus ein besonders schwieriger Gegner ist

    Wirksame Arzneimittel für HIV-Patienten müssen effektiv und sicher sein. Das nimmt viele Jahre bei der Forschung und Entwicklung solcher Medikamente in Anspruch. Seit Jahrzehnten wird im Bereich HIV auf Hochtouren international geforscht. Deshalb besteht die begründete Hoffnung, dass es hier in absehbarer Zeit zu einem Durchbruch kommt. Wenn HIV heilbar werden soll, muss es allerdings gelingen, HIV vollständig aus dem infizierten menschlichen Organismus zu vertreiben, beziehungsweise eine Infektion von Beginn an zu unterdrücken.

    HIV ist unter anderem deshalb ein sehr komplexes Virus, weil es bei der Infektion in verschiedenen Geweben Immunzellen infiziert. Dabei kommt es unter anderem auch dazu, dass das Virus sein eigenes Erbgut in die DNA der Wirtszelle integriert und dann ruht. Man spricht in diesem Kontext von einem Viren-Reservoir. Die bisher bekannten antiviralen Arzneimittel hindern das Virus an der Vermehrung, können aber solche versteckten Viren nicht angreifen. Genau deshalb müssen HIV-Infizierte die antiviralen Arzneimittel auch ihr Leben lang einnehmen, denn die ruhenden Viren können jederzeit wieder aktiviert werden und sich erneut vermehren, wenn das Medikament abgesetzt wird. Die Heilbarkeit von HIV hängt also wesentlich davon ab, dass Mittel entwickelt werden, die auch die versteckten Viren auffinden und vernichten können. Das ist eine große Herausforderung, an der zurzeit geforscht wird.

    HIV ist nicht heilbar, aber was ist mit einem Impfstoff?

    Viele Experten sehen einen besseren Ansatz im Hinblick auf die Ausrottung von HIV darin, einen potenten Impfstoff zu entwickeln statt sich auf die weitere Entwicklung von noch effektiveren antiviralen Mitteln zu konzentrieren. Das liegt daran, dass die Therapie von HIV in den letzten Jahren zwar sehr große Fortschritte gemacht hat, die Eliminierung des HIV-Reservoirs im Körper aber im Moment eine unüberwindliche Hürde darstellt. Wenn ein HIV-Infizierter rechtzeitig mit antiviralen HIV-Arzneimitteln versorgt wird und diese konsequent anwendet, nähert sich seine Lebenserwartung der von Gesunden an. Die Ausbildung von AIDS wird weitestgehend verhindert. Außerdem wird die Viruslast unter einer HIV-Therapie in der Regel so weit abgesenkt, dass die Gefahr einer Übertragung auf andere nicht mehr gegeben ist. HIV-Generika sorgen außerdem dafür, dass die entsprechenden HIV-Arzneimittel auch kostengünstig verfügbar sind. Einige Wissenschaftler sind deshalb der Meinung, man solle sich auf die Entwicklung eines Impfstoffes gegen HIV fokussieren und keine weiteren hohen Beträge in die Entwicklung noch potenterer antiviraler Arzneimittel investieren.

    Fortschritte in der HIV-Therapie verbessern die Situation HIV-Infizierter schon heute

    Die bisherigen Fortschritte bei der Entwicklung wirksamer Arzneimittel im Kontext der HIV-Infektion sind beachtlich. Betrachtet man die ersten Jahrzehnte nach der Entdeckung von HIV, ist die damalige Situation der Betroffenen mit der heutigen nicht mehr vergleichbar. In der ersten Zeit mussten Ärzte fast hilflos mit ansehen, wie HIV-infizierte AIDS und die damit verbundenen schweren opportunistischen Infektionen vollumfänglich ausbildeten.

    Für die Betroffenen bedeutete das, dass ihre Lebenserwartung in den meisten Fällen dramatisch verkürzt wurde. Die behandelnden Ärzte konnten mehrfach nur die entsprechenden Symptome der sekundären Infektionen und Erkrankungen zu lindern versuchen, ohne die Situation der Erkrankten wesentlich verbessern zu können. In diesen Jahren war die Frage beim Thema AIDS meist nur diejenige, wie viel Zeit dem Betroffenen noch verbleiben würde.

    HIV ist heute eine gut kontrollierbare Virus-Infektion

    Die modernen HIV-Arzneimittel haben die Infektion zwar nicht heilbar gemacht, sichern dem Betroffenen bei frühzeitiger konsequenter Behandlung allerdings eine annähernd normale Lebenserwartung und entsprechend hohe Lebensqualität. Eine HIV-Infektion bedeutet heute nicht mehr zwingend, dass das Stadium AIDS erreicht wird. Obwohl HIV noch nicht heilbar ist, hat die Krankheit damit ihren Schrecken verloren. Das ist keine Entwarnung und soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auf umsichtiges Verhalten im Umgang mit HIV ankommt.

    Neue Forschungsansätze zur Entwicklung einer Impfung gegen HIV geben auf jeden Fall Anlass zur Hoffnung.

    Möchten Sie mehr wissen zum Thema „Ist HIV heilbar? Oder zu HIV-Generika? Wir beraten Sie gerne, auch bei einer speziellen Frage zum Thema AIDS, denn wir sind ebenso kompetent bei AIDS Fragen und Antworten wie bei der Thematik HIV. Sprechen Sie uns an!

  • 7. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

    Eine wichtige und oft gestellte Frage zum Thema AIDS ist die, was denn der Unterschied zwischen HIV und AIDS ist. Tatsächlich werden beide Erkrankungen oft in einen Topf geworfen und das, obwohl der Unterschied gravierend ist. Um diese Frage beantworten zu können, ist es wichtig, in die Tiefe zu gehen und zu erklären, was HIV und was AIDS ist. HIV und AIDS unterscheiden sich außerdem in Bezug auf die Symptomatik, den Krankheitsverlauf und die Therapierbarkeit.

    Der Unterschied zwischen HIV und AIDS: Was ist HIV und was ist AIDS?

    Die Abkürzung HIV steht für „Human Immundeficiency Virus“, was mit menschlichem Immunschwäche-Virus übersetzt wird. Infiziert sich ein Mensch mit HIV, verbleibt der Erreger lebenslang im Körper des Betroffenen. Ursächlich für die Entstehung von HIV ist das HI-Virus. Wird der Betroffene rechtzeitig im Rahmen einer HIV-Therapie mit antiviralen Medikamenten z.B. mit HIV-Generika behandelt, bleibt es bei einer HIV-Infektion. Wird sie nicht behandelt, vermehrt sich das HI-Virus weiter und zerstört gesunde Immunzellen, was schließlich zu AIDS führt. Die Abkürzung AIDS steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, was mit erworbenem Immunschwächesyndrom übersetzt wird. Von AIDS wird erst dann gesprochen, wenn es zu einer intensiven Vermehrung von HI-Viren kommt. Sie schwächen das Immunsystem so stark, dass es nicht mehr in der Lage ist, Krankheitserreger abzuwehren. Die Folge sind sogenannte AIDS-definierende Erkrankungen.
    Der Unterschied zwischen HIV und AIDS besteht darin, dass Menschen, die das HI-Virus in sich tragen, nicht zwangsläufig an AIDS erkranken müssen. Umgekehrt ist es jedoch so, dass an AIDS erkrankte Menschen immer eine HIV-Infektion mit derselben Symptomatik und demselben Verlauf wie HIV-Infizierte durchlaufen. Denn AIDS entwickelt sich aus einer HIV-Erkrankung und ist ihr Endstadium.

    AIDS Fragen und Antworten: Der Unterschied zwischen HIV und AIDS in Bezug auf die Symptomatik

    Eine wichtige Frage zum Thema AIDS ist die nach der Symptomatik. Die Symptomatik von HIV lässt sich in mehrere Stufen unterteilen. Mit der Ansteckung durch HI-Viren beginnt die akute Infektion, die nach drei Wochen bis zu sechs Wochen zu akuten Beschwerden führen kann. Dabei handelt es sich um grippeähnliche Symptome, die von Müdigkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen über Muskel- und Gelenkschmerzen bis zu Nachtschweiß, Schüttelfrost und Fieber reichen. Es kann auch zu Schwellungen im Bereich der Lymphknoten an Hals und Leiste kommen, zu einem Hautausschlag mit Bläschen und Pustelbildung sowie zu Erbrechen und Durchfall. Nach drei Wochen sind die HIV-Symptome ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen sind. Aufgrund der nicht spezifischen Symptomatik und der Ähnlichkeit mit anderen Erkrankungen wird die HIV-Infektion häufig übersehen, obwohl eine zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eingeleitete HIV-Therapie essenziell wichtig ist. Was folgt, ist eine symptomfreie Phase, die auch als latente Phase bezeichnet wird und die in die symptomatische Phase mündet. Hier zeigt sich bereits eine deutliche Schwächung des Immunsystems, die ein Zeichen dafür ist, dass die HIV-Infektion nun chronisch ist. Auch in dieser Phase kann es zu Fieberschüben ohne erkennbare Ursache kommen. Chronischer Durchfall, Gürtelrose, Pilzinfektionen im Mund sowie Lymphknotenschwellungen sind mögliche Krankheitszeichen, wobei auch diese Symptome nicht spezifisch für eine HIV-Infektion sind.


    HIV und AIDS unterscheiden sich darin, dass die Merkmale der akuten und der symptomatischen Phase nicht zwingend einer HIV-Infektion zugeordnet werden, während die Merkmale der AIDS-Erkrankung sehr viel deutlicher sind. Für AIDS symptomatisch sind sogenannte AIDS-definierende Erkrankungen, zu denen insbesondere opportunistische Infektionen gehören. Das sind Infektionen, die bei Menschen mit einem intakten Immunsystem normalerweise keine ernsthaften Probleme hervorrufen. Die Krankheit AIDS ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen geprägt, deren Intensität abhängig ist von der Konstitution des Betroffenen, von seinem Lebensstil und von seiner psychischen Verfassung. Dazu gehören unter anderem diese AIDS-definierenden Erkrankungen:


    - Das Wasting Syndrom, das sich durch einen starken Gewichtsverlust von bis zu 10 Prozent des Körpergewichts äußert.
    - Die HIV-Enzephalopathie, die zu erheblichen Einschränkungen der Hirnfunktion führt.
    - Infektionen mit Pilzen, Bakterien, Viren oder Parasiten
    - Erkrankungen wie Toxoplasmose, wiederholte Salmonellen-Septikämien, Tuberkulose, wiederholte bakterielle Lungenentzündungen, Pilzbefall der Bronchien, der Luftröhre, Speiseröhre oder der Lunge
    - Herpesinfektionen beziehungsweise Geschwüre in der Speiseröhre, im Magen oder in der Lunge
    - Infektionen mit sogenannten atypischen Mykobakterien, die mit den Tuberkulosebakterien verwandt sind
    - Chronische Darminfektionen
    - Die progressive multifokale Leukenzephalopathie, bei der es sich um eine virusbedingte Entmarkungskrankheit des Gehirns handelt
    - Bösartige Erkrankungen, zum Beispiel bösartige Lymphome, Gebärmutterhalskrebs oder das Kaposi-Sarkom
    Der Unterschied zwischen HIV und AIDS in Bezug auf die Symptomatik äußert sich dadurch, dass AIDS von Symptomen geprägt ist, die bei HIV nicht auftreten. Da AIDS das Immunsystem nachhaltig schwächt, kann es immer wieder zu den genannten Erkrankungen kommen, die den Gesundheitszustand des mit HIV infizierten Menschen immer weiter beeinträchtigen und schwächen.

    AIDS Fragen und Antworten: Wie ist der Krankheitsverlauf von HIV und wie von AIDS?

    Die HIV Infektion beginnt mit der Übertragung von HI-Viren, die sich im ganzen Körper ausbreiten und gesunde Zellen angreifen. Zunächst kann sich das Immunsystem durch die Bildung von Antikörpern gegen die Eindringlinge wehren. Um sich vermehren zu können, braucht das HI-Virus Wirtszellen. Das sind die T-Helferzellen, die auch CD4-Zellen genannt werden. Die HI-Viren fusionieren sozusagen mit den Wirtszellen und schleusen ihre genetische Erbinformation ein. Es entstehen neue HI-Viren, die weitere menschliche Immunzellen infizieren. Der Körper versucht weiterhin, zerstörte T-Helferzellen durch neue Zellen zu ersetzen. Durch die fortschreitende Abnahme der T-Helferzellen sinkt jedoch die Leistung des Immunsystems, das immer weniger in der Lage ist, den Körper gegen den viralen Angriff zu schützen.
    Die HIV-Infektion ist eine Infektion, deren Verlauf in mehrere Stadien unterteilt wird. Etwa drei bis sechs Wochen nach der Infektion mit HIV kann es zu grippeähnlichen Symptomen kommen. Selten dauern sie länger als vier Wochen. Was sich anschließt, ist eine Periode von mehreren Jahren, in denen die meisten Infizierten vollkommen beschwerdefrei sind. Bleibt die HIV-Infektion auch weiterhin unentdeckt und wird keine HIV Therapie eingeleitet, kann es  zu einer Ausbildung von AIDS kommen.

    Der Unterschied zwischen HIV und AIDS in Bezug auf den Krankheitsverlauf ist der, dass es sich bei AIDS um ein Stadium der HIV Infektion handelt, bei dem die Abwehrschwäche so weit vorangeschritten ist, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, lebensbedrohliche Infektionen abzuwehren. Signifikante Merkmale des Krankheitsverlaufs von AIDS sind ein extrem geschwächtes und geschädigtes Immunsystem mit AIDS definierenden Erkrankungen. Insoweit ist AIDS die Fortentwicklung einer nicht behandelten HIV-Infektion.

    Der Unterschied von HIV und AIDS in Bezug auf die Therapierbarkeit

    Auch in Bezug auf die Therapierbarkeit gibt es einen Unterschied zwischen HIV und AIDS. Durch eine rechtzeitige und konsequent durchgeführte HIV-Therapie mit antiviralen Medikamenten, wie zum Beispiel mit HIV Generika können Infizierte viele Jahre und Jahrzehnte mit HIV leben. Rechtzeitig bedeutet, dass die HIV-Infektion zu einem Zeitpunkt erkannt wird, in der sie sich noch nicht zu AIDS ausgebildet hat. Durch die Arzneimitteleinnahme im Rahmen der Therapie kann dies verhindert werden. Dadurch bedingt ist es möglich, dass mit HIV infizierte Menschen eine nahezu vergleichbare Lebenserwartung haben wie nicht HIV-Infizierte. Der Unterschied zwischen HIV und AIDS in Bezug auf die Therapierbarkeit besteht darin, dass sich die Behandlung von AIDS insbesondere auf die Behandlung der AIDS definierenden Erkrankungen und auf eine Unterstützung des Immunsystems konzentriert.

  • 8. Muss ich sofort Tabletten einnehmen?

    Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wann der Beginn einer Therapie in Ihrem Fall sinnvoll ist. Mit der Therapie sollte man sofort beginnen, wenn man 

    • eine sogenannte AIDS-definierende Erkrankung hat (z.B. Kaposi-Sarkom usw.),
    • entsprechende Beschwerden hat (z.B. Gewichtsverlust, rezidivierende Infektionen, chronische Erschöpfung und Müdigkeit, Schwangerschaft, usw.),
    • das Immunsystem deutlich geschädigt ist (weniger als 350 CD4-Zellen/µl),
    • die Viruslast hoch ist (mehr als 100.000 Kopien/ml).

    Angesichts der immer besseren und verträglicheren Medikamente wird heutzutage aber häufig gleich nach Diagnose mit der Behandlung begonnen. Gründe dafür können z.B. der Schutz von HIV-negativen Sexualpartnern, eine Schwangerschaft, Begleiterkrankungen oder das Alter des Patienten sein.

    Auch bei einer akuten HIV-Infektion, wenn der Infektionszeitpunkt nur wenige Wochen zurückliegt, wird eine sofortige Therapie empfohlen.

  • 9. Wie ist es mit Nebenwirkungen der Therapie?

    Im Allgemeinen ist die HIV-Therapie heute gut verträglich, doch wie alle hoch wirksamen Arzneimittel können auch die HIV-Medikamente Nebenwirkungen haben. Vor- und Nachteile sowie mögliche Nebenwirkungen der Therapie müssen mit Ihrem behandelnden Arzt offen besprochen werden. Für jeden Patienten wird eine individuelle Therapie ausgewählt. Dabei werden Vorerkrankungen, die Nebenwirkungsprofile der potentiellen HIV-Medikamente, mögliche Wechselwirkungen mit der Begleitmedikation sowie der Lebensalltag des Patienten berücksichtigt.

    Die antiretrovirale Therapie besteht in der Regel aus der Kombination von 3 Medikamenten. Je nach Substanzklasse gibt es unterschiedliche Nebenwirkungen. Ihr Arzt wird daher besonders zu Beginn der Therapie und dann regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchführen.

    Nebenwirkungen von einzelnen Medikamenten finden Sie hier:

    http://www.hivandmore.de/medikamente/.

  • 10. Werde ich früher sterben?

    Das Ziel der HIV-Behandlung besteht darin, die Zahl der HI-Viren im Blut unter die Nachweisgrenze abzusenken, das Immunsystem zu stabilisieren und eine hohe Lebensqualität zu bewahren. Die Einführung der antiretroviralen Therapie hat dazu geführt, dass bei früher Diagnosestellung der HIV-Infektion und rechtzeitigem Beginn der Therapie eine nahezu normale Lebenserwartung erreicht werden kann.

    Eine konsequente und langfristige Einhaltung der Therapievereinbarung, die Sie mit Ihrem Arzt getroffen haben, ist hierfür entscheidend. Neben der HIV-Therapie erhalten Sie Ihre Gesundheit auch durch eine gesunde Lebensweise und eine positive Lebenseinstellung.

  • 11. Muss ich meinen Arbeitgeber von der Diagnose in Kenntnis setzen?

    Nein. Es gibt keine Verpflichtung den Arbeitgeber über eine HIV-Infektion zu informieren. Sollte der Betriebsarzt darüber in Kenntnis sein, so besteht grundsätzlich Schweigepflicht, auch gegenüber dem Arbeitgeber. In den meisten Arbeitsverhältnissen spielt die HIV-Infektion keine Rolle und der Betreffende ist nicht weniger einsetzbar als andere Mitarbeiter (Ausnahmen stellen chirurgische Tätigkeiten dar). Die Frage, wem erzähle ich von meiner HIV-Infektion, stellt sich oft als erstes. Dies muss immer individuell je nach Temperament, beruflicher und sozialer Situation entschieden werden. Nicht jeder reagiert so, wie man es erwartet. Man muss sich genau überlegen, wem man vertrauen kann und davon in Kenntnis setzt.

  • 12. Bin ich verpflichtet meinen Sexpartner zu informieren?

    Ja. Ein Nicht-Informieren kann rechtliche Folgen haben. Dies gilt auch, wenn die Viruslast durch Einnahme einer antiretroviralen Therapie unter der Nachweisgrenze liegt.

  • 13. Bin ich verpflichtet, meinem Zahnarzt meine HIV-Infektion zu sagen?

    Im Verhältnis zwischen Arzt und Patient wird häufig vertreten, dass ein Patient seinem behandelnden Arzt eine bekannte HIV-Infektion offenbaren muss. Zum Teil wird dies in Formularen gefragt. Dies ist aus dem Ideal heraus geleitet, dass grundsätzlich Offenheit und Vertrauen zwischen Arzt und Patient herrschen soll. Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten erlaubt diesem, eine ihm bekannte Infektion auch gegenüber seinem Arzt zu verschweigen. Allerdings ist es für eine sachgerechte Behandlung in der Regel erforderlich, von Vorerkrankungen zu wissen, da viele Krankheitsbilder erst so zutreffend erklärt werden können. Auch können so potentielle Wechselwirkungen mit HIV-Präparaten berücksichtigt werden.

  • 14. Darf mein Zahnarzt die Behandlung ablehnen?

    Im Arztrecht besteht grundsätzlich Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass der Patient seinen Arzt frei wählen kann. Andererseits kann sich auch der Arzt seinen Patienten aussuchen. Er kann Patienten ablehnen, sofern er sie hierdurch nicht diskriminiert. Die Befürchtung, er oder sein Personal könnte sich mit HIV infizieren, berechtigt einen Arzt aber nicht dazu, einen Patienten abzulehnen. Die Infektionsgefahr ist bei HIV nicht so hoch, dass die Behandlung unzumutbar wäre. Der Arzt ist ohnehin verpflichtet, sich stets gegen übertragbare Krankheiten zu schützen. Dennoch sieht die Praxiserfahrung manchmal anders aus. Es empfiehlt sich, seinen HIV-Behandler nach einem geeigneten Zahnarzt zu fragen.

  • 15. Kann ich Kinder bekommen/Kinder zeugen?

    Ja, dies gilt sowohl für HIV-positive Frauen als auch Männer.

    Für eine HIV-positive Frau kann das Risiko, ein infiziertes Kind zu bekommen, auf <1% gesenkt werden. Dazu bedarf es einer wirksamen antiretroviralen Therapie bei der Schwangeren, die die Viruslast unter die Nachweisgrenze senkt. Die Viruslast muss regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem bekommt der Säugling nach der Geburt einen antiretroviralen Saft. Gleichzeitig muss auf Stillen verzichtet werden. Die Entbindung per Kaiserschnitt ist nicht immer notwendig. Bei unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf ist eine vaginale Entbindung durchaus möglich. Wichtig ist die Anbindung an ein spezialisiertes Zentrum. 

    HIV-positive Männer können gesunde Kinder zeugen. Auch hier geht es in der Beratung häufig darum, die Frau nicht anzustecken. Die Empfehlungen lauten dazu: hat der Mann eine nicht nachweisbare Viruslast im Blut und keine Geschlechtskrankheiten, sollte ungeschützter Geschlechtsverkehr nur in fruchtbaren Tagen (LH-Tests/Ovulationstests helfen bei der Ermittlung) erfolgen. Gegebenenfalls sollte die Einnahme einer Prä-Expositionsprophylaxe (Emtricitabin/Tenofovir 1x tgl. durch die Frau) in Erwägung gezogen werden. Eine individuelle Paar-Beratung ist in jedem Fall sinnvoll.

  • 16. Was kann ich selbst tun? Vitamine? Zusatzstoffe?

    Prinzipiell ist eine gesunde, ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sehr wichtig. Auf Nikotin und Alkohol sollte verzichtet werden. Eine Normalisierung des Gewichts und regelmäßige körperliche Bewegung sind anzustreben. Dies alles geschieht, um Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie und Bluthochdruck vorzubeugen. Auch das kardiovaskuläre Risiko, sprich ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, welches bei HIV-Infizierten statistisch erhöht ist, soll durch diese Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.

    Zur Einnahme von zusätzlichen Vitaminen und Spurenelementen gibt es keine wissenschaftlich fundierten Daten oder Leitlinien. Die Einnahme von Vitamin D zur Vorbeugung einer Osteoporose und die zusätzliche Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen wie Zink und Selen kann bei Mangelzuständen sinnvoll sein.

    Auch die Einnahme von Vitaminen und Zusatzstoffen sollte immer nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen. 

  • 17. Wie oft muss ich in die Praxis kommen und welche Untersuchungen sind sinnvoll?

    Um sicherzustellen, dass Sie die bestmögliche Behandlung und Versorgung bekommen, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch Ihren behandelnden HIV-Arzt sehr wichtig. Um herauszufinden, wie sich HIV auf Ihren Gesundheitszustand auswirkt, gibt es zwei wichtige Blutuntersuchungen: Die Bestimmung der CD4-Zellzahl und der Viruslast.

    Der Immunstatus (CD4-T-Helferzellenzahl) und die Viruslast (HIV-RNA-Kopienzahl) sollten bei Diagnosestellung und anschließend in zwei- bis drei-monatigen Abständen bestimmt werden. Therapieeinleitung und -umstellung erfordern u. U. kurzfristigere Kontrollen. Nach Reduktion der HIV-RNA unter 50 Kopien/ml werden Kontrollen im Abstand von 2-4 Monaten empfohlen.

    Im Allgemeinen hängt die Zahl der Arztbesuche ganz individuell vom Stadium Ihrer HIV-Infektion, von Ihrem Gesundheitszustand, Begleiterkrankungen und von der durchgeführten medikamentösen Therapie sowie den dazugehörigen Kontrollen ab.

    Weiterlesen unter:

    Verlaufskontrollen – was bedeuten meine Laborwerte?

  • 18. HIV-Heilungschancen: Kann man HIV heilen?

    HIV-Heilungschancen: Kann man HIV heilen?

    Die häufigste Frage zum Thema AIDS und HIV ist die Frage nach den HIV-Heilungschancen, gefolgt von der Frage nach der HIV-Therapie. Auch wenn die HIV- und AIDS-Forschung in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr große Fortschritte gemacht hat, besteht auch weiterhin Forschungsbedarf. Was die HIV-Therapie bis jetzt leisten kann und was nicht und warum es wichtig ist, den Unterschied zwischen HIV und AIDS zu kennen, das erfahren Sie hier.

    HIV-Heilungschancen: Der wichtige Unterschied zwischen HIV und AIDS

    Nicht nur für Betroffene ist es wichtig, den Unterschied zwischen HIV und AIDS zu kennen. Das gilt umso mehr, wenn Sie gerade erst die Diagnose HIV erhalten haben. HIV und AIDS werden oftmals einander gleichgesetzt. Das ist jedoch nicht richtig, denn eine Infektion mit dem HI-Virus ist zwar die Ursache von AIDS. Doch nicht jede HIV-Infektion muss sich zu einer AIDS-Erkrankung ausweiten, die das Endstadium der Infektion darstellt. Im Gegenteil: Dank der Forschung und den zur Verfügung stehenden Medikamenten bricht AIDS bei einer durchgeführten HIV-Therapie im Prinzip gar nicht mehr aus. Die Abkürzung HIV steht für „Human Immunodeficiency Virus“, was mit „menschliches Immunschwäche-Virus“ übersetzt werden kann. Das bedeutet, dass HIV zunächst einmal den Namen des Erregers einer Infektion bezeichnet, die eine Schwächung der menschlichen Immunabwehr nach sich zieht. Sie kann zum Vollbild der Erkrankung, zu AIDS führen, was als „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ beziehungsweise als „erworbene Immunschwächesyndrom“ bezeichnet wird. Dass eine HIV-Infektion nicht zwingend zu AIDS führen muss, ist der Weiterentwicklung der HIV-Heilungschancen durch moderne antivirale Arzneimittel, z.B. HIV-Generika zu verdanken. Sie bewirken, dass bei einer rechtzeitig eingeleiteten Therapie der Ausbruch von AIDS verhindert werden kann.

    HIV-Heilungschancen abhängig von Forschungsstand

    Die genaue Wirkweise des HI-Virus auf das Immunsystem ist noch nicht abschließend erforscht, doch davon sind die HIV-Heilungschancen maßgeblich abhängig. Fest steht, dass das Virus das Immunsystem schwächt, indem es wichtige Immunzellen außer Gefecht setzt. Das HI-Virus dringt in sogenannte T-Helferzellen ein, die auch CD4-Zellen genannt werden. In diesen werden dann weitere HI-Viren produziert. Aufgabe der T-Helferzellen ist unter anderem, andere Zellen des Immunsystems zu steuern, um Krankheitserreger abzuwehren. Diese wichtige Abwehrfunktion wird durch die HI-Viren und durch die HIV-Infektion zerstört.

    HIV-Verlauf: Was passiert im Körper?

    In einem ersten Schritt heftet sich das HI-Virus an die Wirtszelle, in die es seine genetische Erbinformation einschleust. Durch das virale Enzym Reverse Transkriptase wird die Erbinformation des Virus in menschliche DNA übersetzt und anschließend mit dem Enzym Integrase in die Zelle eingebaut, die wiederum „Virusbauteile“ herstellt. Daraus werden mit Hilfe des Enzyms Protease neue Viren richtig zusammengesetzt, die anschließend die Wirtszelle verlassen und weitere menschliche Abwehrzellen infizieren. Zunächst reagiert der menschliche Körper ganz normal, indem das Immunsystem gezielt Antikörper gegen die HI-Viren bildet. Was jedoch nicht gelingt, ist eine vollständige Beseitigung. Das ist die Phase, in der Betroffene zwar infiziert sind, jedoch keinerlei spezifische Krankheitssymptome zeigen. Im Innern tobt ein Kampf zwischen dem Immunsystem und den HI-Viren. Während die befallenen T-Helferzellen permanent neue HI-Viren bilden, versucht der Körper, die zerstörten T-Helferzellen durch neue zu ersetzen. Mit der Abnahme der T-Helferzellen schwindet auch die Leistung des Immunsystems, das immer weniger in der Lage ist, den Körper zu schützen. Die Abwehrschwäche schreitet voran, sodass es in Folge zu lebensbedrohlichen Infektionen kommen kann.

    HIV-Heilungschancen: Was die Erforschung des HI-Virus so schwierig macht

    Das Problem ist, dass das HI-Virus ein sehr komplexes Virus ist, das sein eigenes Erbgut in die DNA einer Wirtszelle trägt und dort ruht, weshalb auch von einem Viren-Reservoir gesprochen wird. Die bislang entwickelten antiviralen Arzneimittel haben die Fähigkeit, das HI-Virus an seiner Vermehrung zu hindern. Sie können jedoch keine versteckten Viren angreifen, die Immunzellen in verschiedenen Geweben infizieren. Das ist auch der Grund, weshalb Menschen, die mit HIV infiziert sind, antivirale Medikamente ein Leben lang einnehmen müssen. Die ruhenden Viren können jederzeit aktiviert werden. Das bedeutet, dass sie sich erneut vermehren, sobald das Medikament abgesetzt wird. Die Heilbarkeit von HIV hängt also entscheidend davon ab, ob es der Forschung gelingt, einen Wirkstoff zu entwickeln, der auch die versteckten Viren auffindet und durch eine entsprechende Therapie vernichtet. Das ist die große Herausforderung, auf die die HIV- und AIDS-Forschung eine Antwort sucht.

    Fortschritte in der Forschung haben die HIV-Heilungschancen bereits verbessert

    In Bezug auf die HIV-Heilungschancen laufen Forschung und Entwicklung seit vielen Jahren auf Hochtouren. Es wird viel Geld investiert, nicht nur national, sondern auch international. Bis heute sind beachtliche Erfolge erzielt worden. Ziel der Forschungsarbeiten ist, eine HIV-Infektion von Anbeginn zu unterdrücken oder das HI-Virus aus dem infizierten Organismus vollständig zu vertreiben. Noch ist eine HIV-Infektion nicht vollständig heilbar. Es ist gelungen, die Zahl der HI-Viren im Blut zu senken, nicht jedoch zu vernichten, sodass der Betroffene nicht vollständig geheilt werden kann. Je früher die HIV-Infektion als solche erkannt und umso eher eine Therapie eingeleitet wird, umso mehr ist es möglich, dass Betroffene mit den entsprechenden Arzneimitteln ein fast normales Leben führen können. Trotz der medikamentösen HIV-Therapie bleiben HIV-Erreger im Organismus zurück. Diese können sich jederzeit vermehren, wenn eine Therapie nicht begonnen, unterbrochen oder abgebrochen wird. Haben die HI-Viren die Möglichkeit, sich weiterhin ungehemmt auszubreiten, wird es zum Vollbild der HIV-Infektion, nämlich einer AIDS-Erkrankung kommen. Insoweit muss die Frage zum Thema AIDS in Bezug auf die HIV-Heilungschancen zum jetzigen Zeitpunkt mit NEIN beantwortet werden.

    Wie ist der Entwicklungsstand in Bezug auf einen Impfstoff?

    Eine weitere Frage zum Thema AIDS ist außerdem die Frage nach dem Impfstoff, womit ein prophylaktischer HIV-Impfstoff gemeint ist, der vorbeugend gegen eine HIV-Infektion schützen soll. Hier sieht sich die Forschung vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Dazu gehört unter anderem die frühzeitige Ausbildung verborgener viraler Reservoirs. Probleme bereitet auch die extrem genetische Vielfalt der Virusstämme. Außerdem existiert kein Verfahren, um neutralisierende Antikörper zu erzeugen, die mit einem breiten Wirkungsspektrum ausgestattet sind. Die hohe Mutationsrate bietet dem HI-Virus außerdem die Möglichkeit einer Immunevasion. Das bedeutet, dass das Virus aufgrund seiner humoralen und zellulären Immunreaktion in der Lage ist, dem Wirkstoff auszuweichen beziehungsweise zu entkommen. Das bedeutet, dass es zurzeit keinen Impfstoff gibt, der zuverlässig vor einer HIV-Infektion schützt.
    Die Entwicklung eines Impfstoffs ist dennoch eine wichtige Alternative, da die Eliminierung des HIV-Reservoirs im menschlichen Körper noch immer eine unüberwindliche Hürde ist

    HIV-Heilungschancen dennoch verbessert

    Insgesamt sind die HIV-Heilungschancen für mit HIV infizierte Menschen heute sehr viel besser als zu der Zeit, als das HI-Virus gerade entdeckt wurde. Damals mussten Ärzte nahezu hilflos mit ansehen, wie Patienten mit einer HIV-Infektion zwangsläufig auch AIDS bekamen mit den damit verbundenen schweren Infektionen und einer geringen Lebenserwartung. Heute ist es möglich, die Lebenssituation der Betroffenen deutlich zu verbessern, die Ausbildung von AIDS bei einer frühzeitig eingeleiteten HIV-Therapie zu verhindern und eine Lebenserwartung zu erreichen, die der von nicht infizierten Menschen nahezu gleichkommt. Eine HIV-Infektion hat sich in den letzten Jahren komplett verändert, von einer tödlichen Erkrankung, hin zu einer chronischen Infektion die mit einer HIV-Therapie gut behandelbar geworden ist.
    Informieren Sie auch gerne mehr zu zahlreichen weiteren HIV/AIDS-Fragen und -Antworten in unseren FAQ.

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(Quelle: In Anlehnung an hivandmore)

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