Ich bin "HIV-positiv": Wie weit fortgeschritten ist meine Infektion?

Für das Festlegen einer Therapiestrategie ist es wichtig zu wissen, in welchem Stadium sich die Infektion befindet. Zwei Messwerte geben Aufschluss darüber, wie weit die Infektion fortgeschritten ist:

  1. Die Anzahl der CD4-Zellen
  2. Die Viruslast als Anzahl der RNA-Kopien pro ml

CD4-Helferzellen sind ein essentieller Bestandteil der natürlich vorhandenen Immunantwort. Gleichzeitig sind CD4-Helferzellen die wichtigsten Wirtszellen des HI-Virus. Bei bestätigter HIV-Infektion wird daher das Blut auf die Menge an CD4-Zellen untersucht. Sie gehen bei der Vermehrung des Virus zu Grunde, so dass ihre Zahl im Laufe der Infektion sinkt.

Die Anzahl dieser Zellen beträgt bei gesunden Menschen ca. 435 bis 1600/µl Blut (Quelle: hivbuch 2014-2015). Im Laufe der Erkrankung nehmen die CD4-Zellen in der Regel kontinuierlich ab. Unbehandelt können sie gegen null gehen. Niedrige CD4-Werte zeigen also eine zunehmende Schwäche des Immunsystems an.

Ihr HIV-Spezialist wird mit Ihnen besprechen, bei welcher CD4-Zellzahl, welche Therapie empfohlen wird. 

Die Höhe der Viruslast ist ein Aktivitätshinweis und kann für den zeitlichen Verlauf der HIV-Infektion eine Rolle spielen. Es gilt das Prinzip: Je niedriger die CD4-Zellen, je höher die Viruslast und die Immunüberaktivierung, desto kurzfristiger sollte eine antiretrovirale Therapie beginnen.

Weitere Kriterien für einen raschen Therapiebeginn sind:

  1. Schwangerschaft
  2. Therapiebedürftige Hepatitis B
  3. Chronische Hepatitis C
  4. Lebensalter > 50 Jahre
  5. Rasches Absinken der CD4-Zahl
  6. Immunsuppressive Therapie im Rahmen einer Chemotherapie einer Radiotherapie, von Autoimmunerkrankungen oder von Transplantationen

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