Nebenwirkungen der antiviralen Therapie

Jedes wirksame Medikament kann neben der therapeutischen Wirkung auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Dies gilt auch für die antiviralen HIV-Präparate. Die Verträglichkeit der Therapie hat sich durch die modernen Medikamente jedoch stetig verbessert. Bereits bei der Therapiewahl kann der Arzt mit Ihnen die Medikamente entsprechend eines günstigen Nebenwirkungsprofils für Ihre individuelle Situation aussuchen. Lassen Sie sich ausführlich informieren, welche Nebenwirkungen unter der gewählten Medikation auftreten können.

Zu Beginn der Therapie kann es zu einer Eingewöhnungsphase kommen. Beobachtet werden häufiger Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Übelkeit sowie Durchfall und Blähungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit, selten auch Schwindel, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. In vielen Fällen dauert diese Phase nur wenige Tage, seltener 3-4 Wochen. Ein Teil der Patienten hat gar keine Beschwerden. Bei zunehmender Kräftigung des Immunsystems kann zu Beginn der Therapie ein sogenanntes Immunrekonstitutionssyndrom (IRIS) mit Entzündungsreaktionen auftreten. Hierbei wird eine bereits vor Therapiebeginn latent bestehende Infektion oder Erkrankung durch das wieder gestärkte Immunsystem aktiv bekämpft. Auch Langzeitnebenwirkungen bei jahrelanger Medikamenteneinnahme sind bekannt. Daher sind Kontrolluntersuchungen wichtig. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt aber, dass die Vorteile der antiretroviralen Therapie deutlich überwiegen.

In seltenen Fällen können auch einmal ernsthaftere Nebenwirkungen wie beispielsweise Leber-, Nierenschäden oder Allergien auftreten, die einen Wechsel der Medikamentenkombination erfordern. Bei Auffälligkeiten sollte immer der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Setzen Sie Ihre Medikamente niemals eigenmächtig ab oder ändern Sie die Dosis bzw. die Einnahmezeiten. Fragen Sie vorher immer Ihren Arzt oder Apotheker!

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