grüner Headerbar Hintergrund | positiv-leben.de

PrEP – das HIV-Medikament zur HIV-Prophylaxe

PrEP steht für Prä-Expositionsprophylaxe, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt. Sie ist neben Kondomen eine weitere Methode zum Schutz vor HIV. Diese Art der HIV-Prophylaxe wird gemäß der Zulassung täglich eingenommen. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftlich überprüfte und von der deutschen Gesundheitsbehörde zugelassene Methode, die vor einer Ansteckung mit HIV schützt, nicht jedoch vor anderen Geschlechtskrankheiten. Wie das Mittel funktioniert, wie Sie das Medikament bekommen und wer es bezahlt, das erfahren Sie hier.

PrEP zum Schutz vor HIV

Für diese Prä-Expositionsprophylaxe wird ein Medikament aus der HIV-Therapie eingesetzt. Es hindert HI-Viren daran, sich zu vermehren. Die im PrEP-Medikament enthaltenen beiden Wirkstoffe gelangen unter anderem in die Zellen der Schleimhäute, die beim Sex mit den Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten der Partnerin oder des Partners in Kontakt kommen. Beispiele sind unter anderem Schleimhäute im Darm oder in der Vagina. Dringen HI-Viren in die Zellen der Schleimhäute ein, können sie sich aufgrund der Wirkung des Medikamentes nicht vermehren, sodass eine HIV-Infektion verhindert werden kann. Voraussetzung ist, dass die Wirkstoffe in ausreichender Menge in den Schleimhäuten und im Blut vorhanden sind. Die Schutzwirkung geht verloren, sobald das Medikament abgesetzt wird. In sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die übertragenen HI-Viren gegen das Medikament resistent sind. Das bedeutet, dass es trotz korrekter Anwendung zu einer HIV-Infektion kommen kann.

Für wen die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) empfohlen wird

Nach den deutsch-österreichischen Leitlinien zur HIV-Präexpositionsprophylaxe ist ein sachgerechter Umgang mit dieser HIV-Prophylaxe entscheidend für die Effektivität der HIV-PrEP. Deshalb soll sie nur in Kombination mit einer Beratung zu anderen Schutzmaßnahmen verordnet werden. In den Leitlinien wird noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass die Prä-Expositionsprophylaxe lediglich das Risiko einer HIV-Übertragung reduziert, wobei das Risiko für andere sexuell übertragbare Infektionen auch weiterhin bestehen bleibt. Die HIV-PrEP soll insbesondere Menschen mit einem erhöhten HIV-Risiko, angeboten werden. Deshalb kommt es vor allem für diese Risikogruppen in Frage:

  • MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) oder Transgender-Personen, die in den vergangenen drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Verwendung eines Kondoms hatten. Gleiches gilt für MSM, die in Zukunft ungeschützten Analverkehr haben werden.
  • Männer, die Sex mit Männern haben und bei denen in den letzten zwölf Monaten eine Geschlechtskrankheit nachgewiesen wurde.
  • Partner und Partnerinnen von mit HIV infizierten Menschen, bei denen die HIV-Therapie nicht die gewünschte Wirkung zeigt oder noch keine sechs Monate dauert oder die keine HIV-Therapie machen.
  • Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Partnern und Partnerinnen haben, bei denen eine nicht diagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist. Dazu gehören auch Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen, die Sex ohne Kondom haben.
  • Menschen, die Drogen injizieren und dafür keine sterilen Spritzbestecke verwenden.

In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, das Medikament Personen zu verordnen, die häufig an sexuell übertragenen Erkrankungen leiden oder die danach fragen, weil ein erhöhtes Risiko vorliegt.

Die beiden PrEP-Varianten

Es werden zwei Varianten der Prä-Expositionsprophylaxe unterschieden, die tägliche und die anlassbezogene PrEP. Dies geht auf klinische Studien zurück, in denen verschiedene Einnahmestrategien der medikamentösen PrEP getestet wurden. Bei beiden Varianten ist eine verlässliche Einnahme notwendig, damit die Präexpositionsprophylaxe funktioniert. Mit der Medikamenteneinnahme untrennbar verbunden sind regelmäßige Checks.

1. Die tägliche PrEP

Bei einer dauerhaften Präexpositionsprophylaxe über mehrere Monate nehmen Sie täglich eine Tablette ein. Mit der Einnahme begonnen wird eine Woche vor dem Geschlechtsverkehr mit jeweils einer Tablette pro Tag. Auch danach wird die Einnahme fortgesetzt und endet zwei Tage nach dem letzten Sex, wobei manche Ärzte auch eine längere Ausschleichphase empfehlen.

2. Die anlassbezogene PrEP

Bei der anlassbezogenen Präexpositionsprophylaxe nehmen Sie 2 bis 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr zwei Tabletten ein, wobei 2 Stunden sehr knapp bemessen sind. Das Medikament muss ausreichend Zeit haben, um vom Magen über das Blut in die Schleimhäute zu gelangen. Insoweit ist es besser, wenn mehr Stunden zwischen Einnahme und Geschlechtsverkehr liegen. Anschließend nehmen Sie an jedem weiteren Tag jeweils eine Tablette ein. Auch hier endet die Tabletteneinnahme zwei Tage nach dem letzten Geschlechtsverkehr, wobei manche Ärzte eine längere Ausschleichphase empfehlen. Diese Variante der PrEP ist in Deutschland nicht zugelassen und daher auch nicht zu empfehlen. Wenn Sie eine anlassbezogene PrEP in Erwägung ziehen, besprechen Sie dies mit Ihrem betreuenden Arzt.

HIV-Prophylaxe: Was ist vor dem Start der PrEP zu beachten

Vor Beginn der Medikamenteneinnahme findet eine ausführliche Beratung statt. Geprüft werden außerdem das Ausmaß des HIV-Infektionsrisikos, mögliche Kontraindikationen und das Vorliegen dieser Parameter:

  • HIV-Test: Die PrEP kann nur erfolgen, wenn Sie HIV-negativ sind, also eine aktuelle, negative HIV-Serologie vorliegt, die nicht älter als vierzehn Tage ist. Eine Wiederholung findet vier Wochen nach Beginn der Prä-Expositionsprophylaxe und danach alle drei Monate statt. Grund ist, dass bei Vorliegen einer HIV-Infektion die Präexpositionsprophylaxe als Therapie nicht ausreicht, sodass sich Resistenzen bilden können.
  • Hepatitis B: Vorab muss eine replikative Hepatitis-B-Infektion ausgeschlossen werden beziehungsweise eine Prüfung der HBV-Immunität erfolgen. Liegt eine Hepatitis-B-Infektion vor und werden die Tabletten abgesetzt, kann sich die Infektion verschlimmern. Es ist übrigens möglich, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen, wobei die Impfung von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird.
  • Nierenwerte: Vor der Medikamenteneinnahme muss eine Nierenfunktionsstörung durch eine Kreatinin-Bestimmung ausgeschlossen werden, denn die Tabletten können die Nierenleistung verringern. Eine regelmäßige Prüfung der Nierenwerte vor und während der Behandlung ist deshalb sinnvoll. Sind die Nierenwerte bedenklich, muss die Präexpositionsprophylaxe unverzüglich eingestellt werden. Danach erholt sich die Niere wieder. Liegt bereits ein Nierenleiden vor, kommt eine PrEP nicht in Frage.
  • - Geschlechtskrankheiten: Regelmäßige Tests auf Geschlechtskrankheiten werden ebenfalls empfohlen. Das gilt insbesondere für Chlamydien, Syphilis und für Tripper. Um das Risiko einer Infektion mit einer Geschlechtskrankheit zu senken, sollten Sie zusätzlich zur Prä-Expositionsprophylaxe auch ein Kondom verwenden.

Tests und Überprüfungen während der PrEP

Während der HIV-PrEP sollte regelmäßig die Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate) überwacht werden. Darüber hinaus wird eine regelmäßige (alle 3 Monate) Überprüfung auf andere sexuell übertragbare Infektionen empfohlen. Durch einen HIV-Test sollte in regelmäßigen Abständen der Erfolg der HIV-Prä-Expositionsprophylaxe überprüft und dadurch eine mögliche HIV-Infektion schnell behandelt werden.

Häufige Fragen

 

 

 

Was ist PrEP?

„Was ist PrEP?“, ist eine Frage, die insbesondere Menschen beschäftigt, die nicht mit HIV infiziert sind, die aber einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an einer HIV-Infektion zu erkranken. Bei der Prä-Expositionsprophylaxe handelt es sich um antivirale Tabletten, die oral eingenommen werden und die die Ansteckungsgefahr von HIV, neben Kondomen und dem Schutz durch eine Therapie deutlich reduzieren. Allerdings ist auch bei der medikamentösen PrEP kein 100%iger Schutz vor einer HIV-Infektion gegeben, bei regelmäßiger Einnahme ist der Schutz aber sehr hoch.

Was ist PrEP? Die tägliche oder anlassbezogene Anwendung

Zur Prä-Expositionsprophylaxe nehmen HIV-Negative im Rahmen der HIV-Prophylaxe ein Medikament ein. Seit dem 22. August 2016 ist in der Europäischen Union eine Kombinationstablette mit zwei Wirkstoffen für die Prä-Expositionsprophylaxe zugelassen. Das Medikament hindert HI-Viren daran, sich zu vermehren. Die beiden Wirkstoffe gelangen unter anderem in die Zellen der Schleimhäute, die sich beispielsweise im Darm oder in der Scheide befinden und die beim Geschlechtsverkehr mit den Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten des Sexualpartners in Berührung kommen. Voraussetzung für den Schutz ist allerdings, dass eine ausreichende Menge an Wirkstoff im Blut und in den Schleimhäuten vorhanden ist. Deshalb ist eine konsequente und regelmäßige Einnahme der PrEP notwendig.

In klinischen Studien wurden unterschiedliche Häufigkeiten der Einnahme getestet. Es wird daher oft eine tägliche und eine intermittierende, anlassbezogene Einnahme unterschieden.

1. Die tägliche Einnahme

Die tägliche Einnahme bedeutet die Einnahme einer Tablette pro Tag. Sie hat den Vorteil, dass Sie den Sex nicht planen müssen und diesbezüglich Freiheiten genießen. Insoweit ist die tägliche Tabletteneinnahme bei regelmäßigem oder häufigem Geschlechtsverkehr empfehlenswert. Der Wirkungseintritt unterscheidet sich bei Frauen und Männern. Während sich die Wirkung bei Männern am zweiten Tag nach Einnahmebeginn entfaltet, geschieht dies bei Frauen erst ab dem siebten Tag. Sofern Sie diese HIV-Prophylaxe beenden möchten, nehmen Sie auch nach dem letzten Sex zwei Tage lang jeweils eine Tablette ein. Manche Ärzte empfehlen eine längere Ausschleichphase.

2. Die anlassbezogene oder intermittierende Einnahme

Wie der Name anlassbezogene Einnahme bereits sagt, werden die Tabletten bei Bedarf eingenommen. Diese zweite Variante ist nur empfehlenswert, wenn Sie wissen, wann Sie Sex haben. Das ist deshalb wichtig, weil Sie zwei Tabletten mindestens 2 bis 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einnehmen müssen, wobei 2 Stunden vorher sehr knapp bemessen sind. Weitere Tabletten folgen 24 Stunden nach der ersten Einnahme und weitere 24 Stunden nach der zweiten Einnahme. Sofern Sie die Prä-Expositionsprophylaxe beenden möchten, müssen Sie auch noch zwei Tage nach dem letzten Geschlechtsverkehr jeweils eine Tablette täglich einnehmen. Davon kann es Abweichungen geben, da manche Ärzte eine längere Ausschleichphase empfehlen. Es ist wichtig, hierbei zu beachten, dass die anlassbezogene PrEP in Deutschland nicht zugelassen ist und daher auch nicht empfohlen werden kann! Bitte besprechen Sie eine derartige Dosierung immer vorab mit Ihrem betreuenden Arzt!

Regelmäßige Checks als begleitende Maßnahmen zur PrEP

Untrennbar mit der PrEP verbunden sind regelmäßige gesundheitliche Checks. Das gilt sowohl für den HIV-Test als auch für Hepatits B, die Nierenwerte und regelmäßige Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten.

1. HIV-Test

Voraussetzung für die PrEP ist, dass Sie HIV-negativ sind. Bei Vorliegen einer HIV-Infektion reichen die in den Tabletten enthaltenen Wirkstoffe nicht aus, sodass sich Resistenzen bilden könnten. Deshalb ist es absolut notwendig, sich vor Beginn der Präexpositionsprophylaxe, vier Wochen danach und dann alle drei Monate einem HIV-Test zu unterziehen.

2. Hepatits B

Sie müssen außerdem abklären lassen, ob Sie sich möglicherweise mit Hepatitis B infiziert haben. Das Zusammenspiel von Hepatitis B und den Tabletten ist kritisch. Setzen Sie diese ab, kann sich eine vorhandene Hepatitis B-Infektion verschlimmern. Es ist jedoch möglich, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen.

3. Nierenwerte

Wer Tabletten im Rahmen der HIV-Prophylaxe einnimmt muss wissen, dass dadurch die Leistung der Niere verringert werden kann. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte empfehlenswert. Sobald die Nierenwerte bedenklich sind, sollten Sie auf die Einnahme der Tabletten verzichten. Wer ein Nierenleiden hat, sollte ganz darauf verzichten.

4. Auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen

Auch regelmäßige Tests auf Geschlechtskrankheiten sind empfehlenswert. Das gilt insbesondere für Chlamydien, Tripper und Syphilis. Denn PrEP schützt vor einer HIV-Infektion, nicht jedoch vor Geschlechtskrankheiten. Dieses Risiko kann durch die Verwendung von Kondomen deutlich gesenkt werden.

Um Ihre Frage „Was ist PrEP?“ weiter zu beantworten, können Sie sich gerne auf den weiteren Seiten informieren.

Wie wirkt PrEP?

„Wie wirkt PrEP?“ ist eine Frage, die diejenigen beschäftigt, die die Prä-Expositionsprophylaxe im Zusammenhang mit einer HIV-Prophylaxe nutzen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Seit dem 22. August 2016 ist für die HIV-Prophylaxe in der Europäischen Union die Tablette mit der Wirkstoffkombination aus Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil zugelassen.

Wie wirkt PrEP im Detail?

PrEP ist eine von mehreren Präventionsmaßnahmen gegen HIV, wozu unter anderem Kondome sowie die Postexpositionsprophylaxe gehören. Keine Wirkung entfaltet die oral eingenommene PrEP gegen sexuell übertragbare Erkrankungen wie Syphilis, Chlamydien und Tripper. Doch wie wirkt die PrEP im menschlichen Körper? Eingenommen wird das prophylaktisch wirkende Medikament von Personen, die nicht mit HIV infiziert, also HIV-negativ sind. Kommt es zum Sex mit einer mit HIV infizierten Person, blockieren die beiden Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil die Aktivität des Enzyms Reverse Transkriptase. Dieses Enzym ist Bestandteil von HI-Viren und ist für ihre Vermehrung verantwortlich. Im Zusammenhang mit der Prä-Expositionsprophylaxe wird davon ausgegangen, dass die Kombinationstablette das Virus im Blut und in den Zellen der Schleimhäute daran hindert, sich von der Infektionsstelle aus im Körper zu verbreiten und zu vermehren. Schleimhäute befinden sich beispielsweise im Darm oder in der Scheide. Das funktioniert allerdings nur, wenn eine ausreichende Menge der Wirkstoffe in den Schleimhäuten oder im Blut vorhanden ist. Das bedeutet, dass eine regelmäßige Einnahme unabdingbar ist. Sobald Sie das Medikament absetzen, bleibt diese Schutzwirkung aus.

Was ist die Kombinationstablette aus Emtricitabin & Tenofovirdisoproxil?

Das für die PrEP verwendete Medikament ist eigentlich ein HIV-Arzneimittel, das zur Behandlung einer HIV-Infektion eingesetzt wird und langfristig die Entwicklung von AIDS verhindert. Für die Behandlung von HIV muss allerdings diese Tablette mit mindestens einem anderen HIV-Medikament kombiniert werden. Der im Zusammenhang mit der Präexpositionsprophylaxe stehende Anwendungsbereich von Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil ist die Vorbeugung einer durch Sex übertragenen HIV-Infektion bei Erwachsenen, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In der Kombinationstablette sind die beiden Wirkstoffe als 200 Milligramm Emtricitabin und 245 Milligramm Tenofovirdisoproxil enthalten. Die Wirkung des Medikaments ist allerdings nur dann sichergestellt, wenn Sie es konsequent einnehmen. Die empfohlene Dosis für die Vorbeugung einer HIV-Infektion setzt bei einer kontinuierlichen Prä-Expositionsprophylaxe eine Einnahme von täglich einer Tablette voraus, während bei einer anlassbezogenen Prä-Expositionsprophylaxe die Einnahme punktuell nach den Vorgaben des Arztes erfolgt.

Wie wirkt PrEP? – mögliche Nebenwirkungen

Bei der Einnahme der Kombinationstablette kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Appetitverlust kommen. Auch andere Nebenwirkungen sind möglich. Bei manchen Menschen tritt eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion auf. Deshalb sind regelmäßige Gesundheits-Checks vor der Einnahme des Präparates und auch währenddessen notwendig, um unter anderem die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen. Tritt eine Nierenfunktionsstörung auf, muss das Medikament unverzüglich abgesetzt werden, wodurch sich die Nierentätigkeit wieder normalisiert. Sollten Sie allerdings dauerhaft unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, ist ein Verzicht auf die Prä-Expositionsprophylaxe angeraten. Vor der Einnahme wird außerdem ein HIV-Test gemacht, um sicherzustellen, dass Sie HIV-negativ sind. Dieser Test wird vier Wochen nach dem Beginn der Tabletteneinnahme und danach alle drei Monate wiederholt. Auch regelmäßige Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten sind empfehlenswert. Das Risiko einer Ansteckung, beispielsweise mit Tripper, Chlamydien oder Syphilis, kann durch die Verwendung von Kondomen deutlich gesenkt werden.

Wie effektiv ist PrEP?

„Wie effektiv ist die PrEP?“ ist eine Frage, die sich HIV-negative Menschen stellen, die sexuelle Kontakte -evtl. auch riskante- haben und die bereits von der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) gehört haben. Sie ist eine neue Möglichkeit, sich durch die Einnahme eines Medikamentes vor einer HIV-Infektion zu schützen. Wie effektiv diese Form der HIV-Prophylaxe ist, lesen Sie nachstehend.

Wie effektiv ist PrEP? Entscheidend ist der Mensch

Es gibt zwei Betrachtungsweisen, um die Wirksamkeit einer medizinischen Maßnahme beurteilen zu können. Danach wird differenziert in die reine Wirksamkeit eines Medikamentes und in das tatsächliche Einnehmen des Arzneimittels. Die reine Wirksamkeit konzentriert sich auf die Erfolgsquote, wenn PrEP vorschriftsmäßig eingenommen wird. Sie liegt deutlich über 90 Prozent, was der Erfolgsquote von Kondomen entspricht. Das bedeutet im Ergebnis, dass die Prä-Expositionsprophylaxe funktioniert, wenn die Tabletten vorschriftsmäßig eingenommen werden. Der Schwachpunkt ist die regelmäßige Einnahme, aus der die Gesamteffektivität des Medikaments resultiert. Auch sie ist in Studien erstaunlich hoch und liegt bei bis zu 86 Prozent. Das bedeutet, dass die wenigen Personen, die sich mit HIV infiziert haben, die Tabletten nicht wie vorgeschrieben eingenommen hatten. Diese Ergebnisse beruhen auf europäischen Studien. Es handelt sich um die IPERGAY- und die PROUD-Studie, deren Ergebnisse jeweils 2015 veröffentlicht wurden. Tatsächlich beziffern Experten den Schutz der PrEP mit ca. 99 Prozent unter der Voraussetzung einer ordnungsgemäßen Einnahme.

Wie effektiv ist PrEP? Die aktuelle Situation

Seit Oktober 2016 ist die Prä-Expositionsprophylaxe auch in Deutschland für die tägliche Einnahme zugelassen. Die Frage „Wie effektiv ist PrEP?“ kann, aufgrund fehlender Studien zum Erfolg der unterschiedlichen Einnahmehäufigkeiten nicht ausreichend beantwortet werden. Gemeint ist die Einnahme der Tabletten bei Bedarf, mindestens zwei Tage vor dem Geschlechtsverkehr im Vergleich zur kontinuierlichen Einnahme. Die Empfehlung des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) lautet, mindestens fünf Tage vor riskantem Sex mit der Einnahme zu beginnen, Frauen mindestens sieben Tage zuvor. Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen die PrEP-Tabletten momentan im Allgemeinen noch nicht. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist auf den Weg gebracht. Das hat zur Folge, dass sich Menschen mit häufig wechselnden Partnern über das Internet mit Tabletten eindecken bzw. eingedeckt haben. Die bestellte Ware stammt oftmals aus Indien, Thailand oder Swasiland, sodass ungewiss ist, ob sie tatsächlich Wirkstoffe gegen HIV und in ausreichender Konzentration enthalten. Ohnehin ist es gesundheitspolitisch hoch problematisch, diese HIV-Prophylaxe ohne ärztliche Begleitung durchzuführen. Aufgrund der Nebenwirkungen sind regelmäßige Gesundheits-Checks unerlässlich.

Die Wirkung von PrEP in Bezug auf HIV-Infektionen

Wie effektiv ist PrEP ist eine Frage, die Kritiker auf den Plan ruft, die die Verwendung von PrEP bedenklich sehen. Sie haben die Befürchtung, dass immer mehr Menschen auf Kondome verzichten, weil sie sich durch die Einnahme der Tabletten in Sicherheit wiegen. Das könnte dazu führen, dass sich Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien und Syphilis verstärkt ausbreiten, die Unfruchtbarkeit nach sich ziehen können, was für Männer und Frauen gleichermaßen gilt. Auch die Nebenwirkungen der HIV-Prophylaxe sind nicht zu unterschätzen.

Was ist der Unterschied zwischen PrEP und PEP?

Die Frage „Was ist der Unterschied zwischen PrEP und PEP?“, kann zunächst einmal in einem Satz beantwortet werden. Während die Prä-Expositionsprophylaxe eine vorbeugende Maßnahme im Rahmen der HIV-Prophylaxe ist, handelt es sich bei der Post-Expositionsprophylaxe, auch PEP oder HIV-PEP genannt, um eine antiretrovirale Behandlung nach einer sexuellen Exposition, mit der eine HIV-Infektion verhindert werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen PrEP und PEP?: Die Post-Expositionsprophylaxe

Es gibt verschiedene Szenarien mit einem Risikokontakt mit hohem HIV-Übertragungsrisiko, nach denen eine vierwöchige PEP mit HIV-Medikamenten sinnvoll ist, beispielsweise nach ungeschütztem Analsex mit einem unbehandelten HIV-positiven Partner oder wenn Sie die PrEP längere Zeit nicht eingenommen haben. Wichtig ist allerdings schnelles Handeln. Sie sollten sich die PEP innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Risikokontakt verschreiben lassen. Die richtigen Ansprechpartner sind HIV-Schwerpunktärzte. Außerhalb der Öffnungszeiten wenden Sie sich an die Nothilfen größerer Krankenhäuser. Wird die Post-Expositionsprophylaxe ärztlich verordnet, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten. Meistens erhalten Sie die Medikamente sofort für eine Dauer von zwei bis drei Tagen. Über die weitere Fortsetzung der PEP entscheidet dann der behandelnde Arzt.

Die Sofortmaßnahmen, die Indikation, Beratung und Monitoring der PEP sind abhängig von der jeweiligen Exposition, bei der es sich handeln kann um eine

  • berufliche HIV-Exposition,
  • eine Transfusion oder um den Erhalt von mit HIV-infiziertem Blut oder einem infizierten Organ oder um die sexuelle Exposition, die hier näher beschrieben wird.

Die PEP nach sexueller Exposition

Es gibt einige Sofortmaßnahmen, die Sie nach einer sexuellen HIV-Exposition sofort durchführen können. Waschen Sie Ihren Penis mit Seife unter fließendem Wasser. Dazu ziehen Sie die Vorhaut zurück und reinigen vorsichtig die Eichel und die Innenseite der Vorhaut, ohne dass Sie Druck auf die Schleimhaut ausüben. In den Mund aufgenommene Samenflüssigkeit sollten Sie umgehend ausspeien und anschließend die Mundhöhle vier bis fünf Mal für jeweils 15 Sekunden mit Wasser ausspülen.

Die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung ist vom jeweiligen Infektionsrisiko abhängig. Die Viruslast ist der Faktor, der am meisten untersucht wurde und deshalb am bekanntesten ist. Das Übertragungsrisiko ist bei einer frischen HIV-Infektion besonders hoch. Das gilt für die ersten sechs Monate nach einer Infektion und für einen bereits fortgeschrittenen Immundefekt. Fand der Geschlechtsverkehr jedoch mit einer Person statt, die bereits erfolgreich im Rahmen einer HIV-Therapie behandelt wird und deren HI-Viruslast konstant ist und unterhalb der Nachweisgrenze liegt, besteht kein relevantes Übertragungsrisiko. Das höchste Infektionsrisiko birgt passiver Analverkehr. Ähnlich risikobehaftet sind rezeptiver Vaginalverkehr sowie insertiver Anal- und Vaginalverkehr bei Unbeschnittenen. Bei der Verordnung der PEP orientiert der Arzt sich streng an der individuellen Risikoabschätzung.

Was ist der Unterschied zwischen PrEP und PEP: Die Prä-Expositionsprophylaxe

Die PrEP verfolgt im Gegensatz zur PEP einen anderen Ansatz. Sie ist eine vorbeugende Maßnahme für nicht mit HIV infizierte Menschen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Im Rahmen dieser HIV-Prophylaxe wird vorsorglich ein Medikament eingenommen, das verhindert, dass sich HI-Viren nach ihrem Eindringen ungehindert vermehren. Im Gegensatz dazu nehmen Sie bei der PEP kurz nach einem HIV-Risikokontakt zeitnah Medikamente ein, um eine HIV-Infektion noch zu verhindern. Die Prä-Expositionsprophylaxe dient also langfristig zum Schutz. vor HIV gedacht. Bei der PrEP werden täglich Tabletten eingenommen. Eine Schutzwirkung ist nach fünf bis sieben Tagen gegeben.

Wie funktioniert die PrEP?

Die Frage "Wie funktioniert die PrEP" wird häufig gestellt, denn die Antwort gibt Auskunft über die richtige Anwendung der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). Für die PrEP nehmen HIV-negative Menschen ein Medikament ein, das auch für die HIV-Therapie eingesetzt wird. Es verhindert, dass sich HI-Viren nach dem Eindringen in den Körper vermehren. In Deutschland sind eine Kombinationstabletten mit den beiden Wirkstoffen Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin für diese Form der HIV-Prophylaxe zugelassen.

Wie funktioniert die PrEP?: Die tägliche und die anlassbezogene PrEP

Wie die PrEP funktioniert ist abhängig vom jeweiligen Bedarf desjenigen, der das Medikament einnimmt. Es gibt zwei verschiedene Formen der Medikamenteneinnahme, die tägliche PrEP und die PrEP bei Bedarf. Wobei das Arzneimittel in Deutschland nur für die tägliche PrEP zugelassen ist und daher nur diese empfohlen werden kann.

  • Bei der täglichen PrEP nehmen Sie täglich eine Tablette ein. Das hat den Vorteil, dass Sie den Sex nicht planen müssen. Diese Variante ist bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr empfehlenswert. Bei Männern beginnt der Schutz am 2. Tag nach Beginn der Einnahme und bei Frauen am 7. Tag. Möchten Sie die tägliche PrEP beenden, müssen Sie mindestens zwei Tage nach dem letzten Sex jeweils eine Tablette einnehmen. Diese sogenannte Ausschleichphase wird je nach Arzt auch länger angesetzt.
  • Die PrEP bei Bedarf, die auch anlassbezogene PrEP genannt wird, nehmen Sie nur dann ein, wenn Sie sie benötigen. Diese Form der PrEP entspricht nicht der Zulassung und sollte nur auf Anraten des Arztes in Betracht gezogen werden. Im Gegensatz zur täglichen PrEP erfolgt die Tabletteneinnahme jeweils vor und nach dem Sex. Mindestens 2 bis 24 Stunden zuvor sind es 2 Tabletten. 24 Stunden nach der ersten Einnahme folgt eine weitere Tablette, weitere 24 Stunden später eine weitere. Ausgeschlossen ist die anlassbezogene PrEP bei einer chronischen Hepatitis B. Diese Variante kann für diejenigen sinnvoll sein, die selten ungeschützten Sex haben und wissen, wann er stattfindet.

Wie funktioniert die PrEP? Tablette vergessen und Tipps für die Einnahme

Im Zusammenhang mit der Frage „Wie funktioniert die PrEP“ ist es wichtig zu wissen, was passiert, wenn Sie eine Tablette vergessen haben. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es kein Problem ist, wenn Sie bei der täglichen PrEP eine Tablette in der Woche vergessen. Wird diese Zahl jedoch überschritten, sollten Sie umgehend mit Ihrem Arzt sprechen, da die sichere HIV-Prophylaxe in Gefahr ist. Schaffen Sie sich zum Beispiel eine Dosett an, das erleichtert die Kontrolle und stellt die Regelmäßigkeit der Tabletteneinnahme sicher. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie daraus eine Art Ritual machen und es mit einer anderen alltäglichen Handlung verknüpfen, zum Beispiel vor dem Schlafen gehen, beim abendlichen Zähneputzen, direkt nach dem Aufstehen oder beim morgendlichen Kaffeetrinken. Sofern Sie eine PrEP-Pause einlegen, sollten Sie auf jeden Fall sich mit Kondomen schützen, da die HIV-Prophylaxe ansonsten nicht sichergestellt ist. Wichtig: Wenn Sie eine Pause einlegen wollen, müssen Sie zwei Tage die Tabletten nach dem letzten Risikokontakt weiter einnehmen, damit die PrEP schützen kann. Bei der anlassbezogenen PrEP ist es besonders wichtig, dass Sie keine Tablette vergessen. Geschieht dies dennoch, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Gesundheits-Checks begleiten die Prä-Expositionsprophylaxe

Die PrEP ist nur möglich, wenn bestimmte Tests vorausgehen und währenddessen Gesundheits-Checks durchgeführt werden.

  • Wichtigste Voraussetzung für die PrEP ist, dass Sie HIV-negativ sind. Der Grund ist, dass bei Vorliegen einer HIV-Infektion PrEP-Tabletten nicht für die Behandlung ausreichen, sodass sich Resistenzen bilden können. Um das zu vermeiden, findet vor Beginn der Prä-Expositionsprophylaxe, vier Wochen nach dem eigentlichen Start und weiterhin alle drei Monate ein HIV-Test statt.
  • Auch die Nierenwerte sollten vorher und während der PrEP regelmäßig überprüft werden. Sind die Werte bedenklich, sollten Sie die PrEP absetzen, damit sich die Niere erholen kann. Sofern Sie bereits ein Nierenleiden haben, sollten Sie auf diese HIV-Prophylaxe verzichten.
  • Vor Beginn der Prä-Expositionsprophylaxe sollten Sie sicherstellen, dass Sie keine Hepatitis B-Infektion haben, die sich durch die Tabletteneinnahme verschlimmern kann.

PrEP schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten, sodass Sie auch diesbezüglich Ihren Gesundheitszustand regelmäßig kontrollieren lassen sollten. Das gilt unter anderem für Chlamydien, Tripper und Syphilis, wobei das Risiko einer Infektion durch die Verwendung von Kondomen deutlich reduziert wird.

Wenn Sie mehr zur Frage „Wie funktioniert PrEP?“ wissen möchten, lesen Sie gerne auch unsere anderen Informationsseiten rund um das Thema PrEP.

 

 

 

 

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?