Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP)

PrEP ist die Abkürzung für „Prä-Expositionsprophylaxe“, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt. Bei einer PrEP nehmen gesunde Menschen antiretrovirale Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. Diese Medikamente schützen allerdings nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten.

Die Wirksamkeit der PrEP mit zwei antiviralen Medikamenten erzielte in Studien eine Schutzwirkung bis zu 86 %. Entscheidend für eine gute Wirksamkeit ist vor allem eine regelmäßige Medikamenteneinnahme. Nach wie vielen Tagen der Medikamenteneinnahme eine Schutzwirkung eintritt, kann derzeit wissenschaftlich nicht fundiert beantwortet werden (Quelle: HIVreport).

Andere Faktoren wie sexuell übertragbare Krankheiten, Kondombenutzung oder das Sexualverhalten spielen ebenfalls eine Rolle für den Erfolg der PrEP. (Quelle: hivbuch 2016/2017)

Seit August 2016 ist in Deutschland eine Fixkombination aus Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil bei gleichzeitiger Anwendung von Safer-Sex-Praktiken für die PrEP bei Erwachsenen mit hohem HIV-Risiko zugelassen. Das HIV-Medikament wird einmal täglich eingenommen. Neben der Anwendung ist ein regelmäßiges medizinisches Untersuchungs- und Beratungsprogramm wichtig.

Die Wirkstoffkombination kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen, einschließlich der Entstehung oder Verschlechterung des Nieren- und Knochenstoffwechsels. Vor Beginn der Behandlung sollte daher die Nierenfunktion überprüft werden. Sehr häufige Nebenwirkungen, die unter der Behandlung beobachtet wurden, sind Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Schwächegefühl (Quelle: Informationsbroschüre für Patienten in HIVreport.de 05-2016: PrEP 2017).

Der HIV-negative Status als Voraussetzung für die PrEP muss in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens alle drei Monate, kontrolliert werden. Denn bei unentdeckter HIV-Infektion wurden unter dieser Behandlung bereits Resistenzen beobachtet. Das bedeutet, dass eine unentdeckte HIV-Infektion unter der PrEP dazu führen kann, dass eine dann notwendige antiretrovirale Therapie nicht mehr ausreichend wirkt.

Die Prä-Expositionsprophylaxe ist in Deutschland keine Kassenleistung und muss vom Betroffenen selbst bezahlt werden. (Quelle: AIDS-Info, Stand März 2017)

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