Post-Expositionsprophylaxe (PEP)

Bei einem HIV-Risikokontakt (zum Beispiel durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, eine Nadelstichverletzung oder beruflich bedingten Kontakt) kann es für einen HIV negativen Menschen je nach Situation sinnvoll sein, vor Ablauf von 24 Stunden mit einer postexpositionellen Prophylaxe mit der Einnahme antiretroviraler Medikamente zur Verhinderung einer Ansteckung zu beginnen. Die besten Ergebnisse sind innerhalb eines Zeitfensters von zwei Stunden nach Risikokontakt zu erwarten. Mehr als 72 Stunden nach dem Ereignis wird im Allgemeinen keine PEP mehr empfohlen. In jedem Falle muss ein mit HIV-Infektionen vertrauter Arzt aufgesucht werden, um im Einzelfall zu klären, ob eine solche Vorbeugungsmaßnahme notwendig ist.

Die Standard-Therapie besteht derzeit aus einer Kombination von mindestens drei verschiedenen antiviralen Wirkstoffen. Diese Therapie ist vergleichsweise nebenwirkungs- und wechselwirkungsarm und wird meist über einen Zeitraum von einem Monat angewandt. Als Nebenwirkungen werden Müdigkeit und Magen-Darmbeschwerden beschrieben, weniger Veränderungen im Blutbild oder Leber- und Nierenwerte. Kontrollen sollten nach 14 Tagen und nach Abschluss der PEP erfolgen.

Je mehr Zeit vor dem Therapiebeginn vergeht, umso geringer sind die Erfolgschancen, eine möglicherweise erfolgte Infektion noch abzuwehren. Vor und eine gewissen Zeit nach PEP-Einnahme muss eine Blutuntersuchung mit Testung auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten erfolgen.

In keinem Fall besteht ein 100 %iger Schutz vor einer HIV-Infektion.

Die Anwendung der PEP-Medikamente ist ein sogenannter individueller Heilversuch außerhalb der Zulassung der Medikamente. Im Falle eines ungeschützten Geschlechtsverkehres mit einer (potentiell) HIV-positiven Person werden die Behandlungskosten nicht unbedingt von einer Krankenversicherung übernommen. Bei sinnvollem Einsatz gibt es aber Absprachen zwischen den Fachgesellschaften und den Kassen zur Kostenübernahme.

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