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HIV-positiv – was nun? Ihr Leben geht weiter!

„HIV-positiv, was nun“, ist eine Frage, die sich alle stellen, die gerade erfahren haben, dass sie mit HIV infiziert sind. Die HIV-Diagnose ist für alle Infizierten ein Schock. Dann kommt es darauf an, dass Sie die richtigen Maßnahmen ergreifen, um nicht in ein tiefes, schwarzes Loch zu fallen. Ihr Leben ist nicht zu Ende, denn abgesehen von einigen Einschränkungen können Sie auch mit HIV positiv leben.

Diagnose HIV-positiv, was nun?

Die Nachricht, sich mit HIV infiziert zu haben, ist für die meisten Patienten eine Schocknachricht. Wie bei anderen schwerwiegenden und das Leben verändernden Ereignissen werden Ihre Gedanken um die Frage „HIV-positiv, was nun?“ kreisen, und es werden konkrete Fragen aufkommen wie:
- Warum habe ich nichts bemerkt?
- Wann habe ich mich angesteckt?
- Bei wem oder wodurch habe ich mich mit HIV infiziert?
- Warum muss es ausgerechnet mich treffen?
- Warum habe ich nicht verhütet?
- Warum, warum, warum ...
Mit diesen und anderen Fragen sind Sie nicht allein. Nahezu alle Menschen, die sich mit HIV infizieren, stellen sie sich. Diese Fragen sind nicht nur normal, sondern auch wichtig, um diese schwerwiegende Diagnose zu akzeptieren und zu verarbeiten. Auch wenn Sie Antworten finden, bringt Sie das fortwährende Grübeln und Nachdenken auf lange Sicht nicht weiter, sondern belastet Sie zusätzlich. Um Unsicherheiten und Unklarheiten zu beseitigen, sollten Sie sich umfassend über HIV informieren und viele der gebotenen Hilfen in Anspruch nehmen.

„HIV-positiv, was nun“: Tipps für die ersten Wochen nach der Diagnose

Nutzen Sie die ersten Wochen nach der Diagnose und konzentrieren Sie sich auf sich selbst, auf Ihre Situation und auf Ihr Wohlbefinden. Die nachfolgenden Tipps werden Ihnen dabei helfen:
- Geben Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um die Diagnose zu verarbeiten.
- Suchen Sie eine Beratungsstelle auf und nutzen Sie von Experten geprüfte, vertrauenswürdige und verlässliche Informationsportale, um Unklarheiten aufzulösen und um sich umfassend zu informieren.
- Suchen Sie einen Arzt in Ihrer Nähe auf, der auf HIV spezialisiert ist.
- Notieren Sie Ihre Gefühle und die Fragen, die Ihnen durch den Kopf gehen, und suchen Sie nach Antworten.
- Sprechen Sie mit ausgewählten Personen Ihres Vertrauens, um sich mit der Situation auseinanderzusetzen und sie zu verarbeiten.
- Holen Sie sich Hilfe, wenn es Ihnen schlecht geht oder wenn Sie nach Antworten suchen. Abhängig von der Situation können das ein Arzt, Freunde oder eine Selbsthilfegruppe sein. Auch professionelle Hilfe durch einen entsprechend ausgebildeten Psychologen kann sinnvoll sein.
- Gehen Sie in diesen Wochen nach der HIV-Diagnose achtsam mit sich um und tun Sie sich und Ihrem Körper etwas Gutes!
Sicherlich hilft Ihnen das Wissen, dass eine HIV-Infektion heute eine gut behandelbare chronische Infektion ist. Es ist möglich, mit HIV positiv zu leben und auf Basis einer kontinuierlichen HIV-Therapie eine ähnlich hohe Lebenserwartung zu erreichen wie der Rest der Bevölkerung. Dank der HIV-Therapie mit modernsten Medikamenten kann das HI-Virus in Schach gehalten werden und eine normale Lebensqualität gewährleistet werden. Bei einer Therapie kommt es entscheidend auf Ihre aktive Mitarbeit und auf Ihre Disziplin bezüglich der Medikamenteneinnahme an. Auch der auf das Krankheitsbild spezialisierte und behandelnde Arzt nimmt in seiner Funktion als Fachmann, Berater und Vertrauensperson eine Schlüsselrolle ein. Nur ein mit HIV und AIDS bewanderter Arzt kann die richtigen Worte finden, den Verlauf Ihrer HIV-Erkrankung richtig einschätzen und mit einem gezielten Einsatz von HIV-Medikamenten aktiv den Krankheitsverlauf beeinflussen.

HIV-Diagnose, was nun? Was sich ändern wird

Für Sie wichtig zu wissen ist, dass Sie in vielerlei Hinsicht so weiterleben können wie bisher. Ihnen stehen auch weiterhin fast alle Möglichkeiten offen. Das liegt insbesondere an der effektiven HIV-Therapie, die eine Entwicklung zu AIDS unter der Voraussetzung, dass HIV rechtzeitig diagnostiziert wird, verhindert.
Es gibt allerdings auch einige Lebensumstände, die sich verändern werden. Es wird nicht immer einfach sein, mit HIV positiv zu leben. Was sich ändern wird, sind regelmäßige Arztbesuche und Untersuchungen. Sehr zeitnah werden Sie eine Therapie beginnen und regelmäßig Medikamente einnehmen. Sie werden sich möglicherweise überlegen, mit wem Sie über Ihre Erkrankung sprechen müssen, können und wollen. Auch das sind Fragestellungen, die Sie mit Ihrem Arzt oder im Rahmen einer HIV-Beratung ansprechen können. Was sich auch ändern wird, ist Ihr Verhalten in den Bereichen Sexualität, im Rahmen einer Schwangerschaft und in bestimmten Berufszweigen. Für Sie wichtig zu wissen ist, Sie sind nicht allein!
Die Antwort auf die Frage „HIV-positiv, was nun?“ und die notwendigen Veränderungen werden einfacher für Sie, wenn Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, in der Sie Menschen finden, die aufgrund der gemeinsamen Erkrankung in derselben Lebenssituation sind wie Sie und dieselben Probleme und Herausforderungen meistern müssen. In einer Selbsthilfegruppe geht es insbesondere um den Austausch von Informationen und Erfahrungen, um gegenseitige Hilfe, Geselligkeit, um gemeinsames Lernen und auch um gemeinsame Unternehmungen.

HIV-positiv, was nun? So geht es weiter im Job

Die Frage „HIV-Diagnose, was nun?“ kann unter bestimmten Voraussetzungen auch für den Job bedeutungsvoll sein. Rund zwei Drittel der HIV-Infizierten sind auch nach dieser Diagnose in ihrem bisherigen Beruf tätig. Sie weisen durch die Erkrankung auch keine höheren Fehlzeiten auf. Eine HIV-Infektion ist keine die Arbeitsfähigkeit mindernde Krankheit. Außerdem besteht im Berufsalltag keine erhöhte Ansteckungsgefahr für die übrigen. Sie können mit einer HIV-Infektion nahezu alle Berufe ausüben. Es gibt nur wenige Tätigkeiten, bei denen Sie andere Menschen gefährden könnten.

- Berufe im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen können Sie trotz HIV als Krankenschwester oder Krankenpfleger, als Arzt oder Ärztin arbeiten. Einschränkungen gibt es, wenn es um den Kontakt infektiöser Körperflüssigkeiten geht, was insbesondere OP-Schwestern und Chirurgen und andere operativ tätige Ärzte betrifft.

- Luftfahrtpersonal

Nach internationalen Richtlinien dürfen Menschen mit chronischen Erkrankungen aufgrund der hohen Sicherheitsstandards nicht Pilot werden. Dazu gehört auch eine HIV-Infektion. Grund ist eine mögliche Gefährdung während des Fluges aufgrund gesundheitlicher Probleme, wodurch die Sicherheit der Passagiere gefährdet werden könnte.

- Berufe mit Reisetätigkeit

Es gibt Länder, in denen mit HIV infizierten Menschen die Einreise verweigert wird. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel als infizierter Flugbegleiter von Reisen in solche Länder ausgeschlossen sind.

Positiv leben mit HIV: Sport und Bewegung

Sportmedizinische Untersuchungen haben ergeben, dass Sport und körperliche Bewegung das Immunsystem stärken. Was für gesunde Menschen gilt, ist für Patienten mit einer chronischen Erkrankung ebenso wichtig. Sport beeinflusst die Herz- und Kreislauffunktion und wirkt positiv auf die Atmung, den Cholesterinspiegel, das Körpergewicht und die Blutfettwerte. Sportlich aktive HIV-Infizierte berichten von
- einem höheren Wohlbefinden und weniger depressiven Verstimmungen,
- von reduzierten Nebenwirkungen der HIV-Medikamente und
- von einer Verbesserung der Lebensqualität durch eine höhere Leistungsfähigkeit, ein besseres Körperbewusstsein und ein größeres Selbstbewusstsein.
Dabei kommt es nicht darauf an, Höchstleistungen anzustreben. Geeignet sind insbesondere Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen, Radfahren, Rudern, Inlineskating sowie Kraft- und Muskeltraining. Eine vorherige Untersuchung durch den behandelnden Arzt ist empfehlenswert.

HIV Zeichen in grün

HIV-Diagnose, was nun?: Wie spreche ich es in der Familie, im Freundeskreis an?

Es ist ein Schock zu erfahren, mit HIV infiziert zu sein. Diese Diagnose zu verarbeiten und mit ihr umzugehen ist nicht die einzige Herausforderung, die sich ab diesem Zeitpunkt stellt. Darüber hinaus gibt es Menschen, mit denen Sie eng verbunden sind, Zum Beispiel ein Partner oder eine Partnerin, vielleicht eine Familie und ein Kind, Eltern und Freunde. Deshalb kommt im Zusammenhang mit HIV die Frage auf, "Wie spreche ich es in der Familie und im Freundeskreis an"?

Leben mit HIV: Wie spreche ich es in der Familie und im Freundeskreis an?

"Wie spreche ich es in der Familie und im Freundeskreis an" ist eine Frage, mit der sich alle HIV-Infizierten früher oder später auseinandersetzen müssen. Es ist kein einfaches Thema, denn es sind heftige Gegenreaktionen möglich, und Sie müssen mit vielen Fragen rechnen. Für Sie kann es entlastend sein, andere Menschen ins Vertrauen zu ziehen und mit ihnen über Ihre Infektionskrankheit zu sprechen. Denn es tut gut, nicht mit einem Geheimnis leben zu müssen, was eine dauerhafte Stresssituation auslösen kann. Allerdings können Sie nur vermuten, wie die eine oder andere Reaktion ausfallen könnte, wissen tun Sie es nicht. Manche Menschen verhalten sich ablehnend, werden sich vielleicht zurückziehen oder mit Vorwürfen, Schuldzuweisungen und Mutmaßungen reagieren. Andere Menschen wiederum fühlen sich überfordert und reagieren vielleicht panisch, weil sie Angst um Sie haben und allein durch das Wort HIV in helle Aufregung geraten.

Leben mit HIV: Vorbereitende Maßnahmen für wichtige Gespräche

Sprechen Sie deshalb zunächst mit den Menschen in der Familie und im Freundeskreis, die Ihnen besonders nahe stehen und denen Sie bedingungslos vertrauen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie sich selbst an Ihre neue Situation gewöhnt und umfassende Kenntnisse über HIV erworben haben. Bereiten Sie sich auf Fragen vor, legen Sie sich mögliche Antworten zurecht und spielen Sie Gespräche gedanklich durch. Durch die Erklärung, dass HIV heutzutage eine gut behandelbare Infektion und ein langes Leben mit HIV möglich ist, können Sie die Zweifel und Ängste Ihrer Familie und Freunde bezüglich dieser chronischen Infektion und der lebensbedrohlichen Immunschwäche AIDS zu großen Teilen auflösen.

Wie spreche ich es in der Familie an? Das Gespräch mit dem Partner/der Partnerin

Ihr Partner oder Ihre Partnerin wird zu den ersten gehören, die von Ihrer HIV-Infektion erfahren. Grundsätzlich sind Sie als infizierte Person nicht dazu verpflichtet, mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über Ihre Diagnose zu sprechen. Das gilt allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Sie die andere Person beim Sex vor einer Infizierung schützen. Ansonsten machen Sie sich strafbar.

Dieser eine Satz „Ich bin HIV-positiv" kann eine heile Welt zerbrechen lassen. Die Reaktion auf diesen einen Satz wird auch davon abhängen, mit wem Sie zusammen sind und wie lange. Auch wenn Sie ahnen, dass die Reaktion in das eine oder andere Extrem ausschlagen könnte, sollten Sie das Gespräch nicht allzu lange vor sich herschieben. Von Empörung, Wut bis zu Angst und Sorge sind alle Reaktionen möglich. Empörung und Wut deshalb, weil Sie sich möglicherweise erklären müssen, wo Sie sich infiziert haben. Angst und Sorge deshalb, weil Ihr Partner oder Ihre Partnerin fürchten, sich bereits infiziert zu haben. Wahrscheinlich stürzen viele Fragen auf Sie ein, die Sie beantworten sollten. Damit Sie das können, sollten Sie sich vorab entsprechende Informationen besorgen, die Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin gegebenenfalls zur Vertiefung überlassen können.

Eine Beziehung am Scheideweg: Wie sage ich es meinem Partner, meiner Partnerin?

Es wird nicht bei diesem einen Gespräch bleiben. Ob weitere folgen werden oder möglicherweise die Beziehung beendet ist, wird von der Gesamtsituation sowie vom Verständnis Ihres Partners oder Ihrer Partnerin abhängen. Sobald Sie dem Partner offenlegen, dass Sie HIV-positiv sind, kann sich Ihre Beziehung verändern. Ob und wie Sie mit der Situation zurechtkommen, wird davon abhängen, ob Ihr Partner oder Ihre Partnerin bereit sind, sich mit dem Thema zu befassen. In der Gesellschaft vorherrschend ist eine schwer zu überwindende Angst vor der HIV-Infektion bzw. AIDS und auch vor Personen, die mit HIV infiziert sind. Klären Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin darüber auf, dass sich die Gefahr einer HIV-Übertragung auf den nicht infizierten Partner durch moderne Therapiemöglichkeiten und durch Safer Sex so gut wie ausschließen lassen. Gemeinsame sachliche Information, intensive Gespräche zum Umgang mit HIV im Alltag und gegebenenfalls eine Beratung durch einen HIV-Experten helfen, positiv zu leben mit HIV. Geben Sie Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Zeit, sich mit der Situation auseinander zu setzen.

Leben mit HIV: Wie spreche ich es in der Familie an, wie erkläre ich es meinem Kind?

Auf die Frage, wie spreche ich es in der Familie an, wie erkläre ich es insbesondere meinem Kind, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Tatsächlich entscheiden sich viele Eltern zunächst einmal dafür, das Thema HIV und AIDS zu verschweigen, um ihre Kinder nicht zu belasten. Nicht darüber zu sprechen, kostet viel Energie. Wie Sie mit Ihrem Kind über HIV sprechen, hängt maßgeblich vom Alter des Kindes ab. Der Aufklärungsprozess innerhalb einer Familie ist sehr individuell und orientiert sich auch daran, wie die Kommunikation innerhalb einer Familie verläuft und ob Bewältigungsmechanismen vorhanden sind. Mit Ihrem Kind sprechen sollten Sie deshalb, weil Kinder ein sehr feines Gespür dafür haben, wenn in ihrer Familie etwas nicht in Ordnung ist. Für Kinder ist es oft einfacher, mit Wahrheiten anstatt mit Ungewissheiten zu leben, auch wenn sie traurig sind. Mögliche Formulierungen können sein: "Meine Körperpolizei funktioniert nicht mehr richtig", "Ich habe eine Krankheit, die für immer bleibt" oder "Mein Immunsystem ist krank".

HIV-Diagnose, was nun?: Wie sage ich es meinen Eltern?

Es ist nicht einfach, mit den Eltern über die HIV-Diagnose und über ein Leben mit HIV zu sprechen. Die Angst und die Sorge, ihr Kind durch HIV oder AIDS zu verlieren, trifft sie besonders hart. Deshalb reagieren sie oftmals sehr emotional. Möglicherweise bestehen bereits Spannungen zwischen Ihnen und Ihren Eltern, was das Gespräch nicht einfacher macht. Das Gespräch kann möglicherweise entspannter ablaufen, wenn Sie eine weitere Person mitnehmen, die Ihren Eltern vertraut ist. Dann fühlen Sie sich in dieser Situation nicht allein und Sie haben eine neutrale Person an Ihrer Seite, die gegebenenfalls unterstützend eingreifen kann. Vielleicht haben Ihre Eltern das Bedürfnis, mit anderen betroffenen Eltern zu sprechen und sich zu informieren. Dann empfehlen Sie zum Beispiel ein Netzwerk der Angehörigen von mit HIV oder AIDS infizierten Menschen.

Wie spreche ich es im Freundeskreis an?

"Wie spreche ich es im Freundeskreis an" ist eine Frage, deren Antwort davon abhängt, wie intensiv und vertrauenswürdig die Freundschaften sind, die Sie pflegen. Bevor Sie Freunde ins Vertrauen ziehen, sollten Sie sich ganz sicher sein, dass der- oder diejenige vertrauensvoll mit dieser sehr persönlichen Information umgeht. Sofern Sie die Befürchtung haben, dass Ihre HIV-Infektion zum Thema Nummer 1 in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis werden könnte, sollten Sie auf die Weitergabe der Information verzichten. Andererseits können wirklich gute Freunde exzellente Zuhörer sein und ganz unvoreingenommen auf die HIV-Infektion reagieren, indem sie Sie in die Arme nehmen und einfach da sind.

Zusammenfassend ist zu der Frage "HIV: Wie spreche ich es in der Familie und im Freundeskreis an?" festzuhalten, dass Sie erst dann mit dritten Personen sprechen sollten, wenn Sie sich mit der HIV-Diagnose auseinandergesetzt haben und bereits gefestigt sind.

Leben mit HIV: HIV und Sex

HIV und Sex sind ein wichtiges Thema. Doch eine HIV-Diagnose ist kein Grund, um auf Sex verzichten zu müssen. Es ist jedoch wichtig, freiwillig bestimmte Regeln einzuhalten. Das fällt deshalb nicht schwer, weil es heutzutage verschiedene Safer-Sex-Methoden zum Schutz vor einer HIV-Infektion gibt. Dazu gehören neben Kondomen die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) und der Schutz durch eine HIV-Therapie des Partners. Lesen Sie ebenfalls mehr zu Problemen, die mit einer HIV-Infektion in Verbindung stehen können, wie der erektilen Dysfunktion.

HIV und Sex – Umgang mit Sexpartnern

Im Zusammenhang mit HIV und Sex stellt sich die Frage, wie wichtig beziehungsweise notwendig es ist, Sexpartner über eine HIV-Infektion zu informieren. Gesetzliche Vorgaben gibt es diesbezüglich in Deutschland nicht. Allerdings gilt die Grundregel, dass mit HIV infizierte Menschen beim Sex alles tun müssen, um ihren Partner oder ihre Partnerin vor einer HIV-Infektion zu schützen. Anders als beispielsweise in Österreich oder in der Schweiz steht es Ihnen in Deutschland frei, ob Sie Sexpartnern gegenüber Ihre HIV-Infektion offenbaren oder nicht. In jedem Fall sollten Sie gegenüber Ihrem Sexpartner verantwortungsbewusst handeln und beispielsweise Safer Sex praktizieren.

Leben mit HIV – Vorsicht Ansteckungsgefahr!

HIV und Sex schließen sich nicht aus, wenn Sie das Ansteckungsrisiko kennen. Es ist dann erhöht, wenn keine wirksame und kontinuierliche HIV-Therapie durchgeführt wird. In der Folge können sich die Viruspartikel im Körper vermehren und insbesondere Körperflüssigkeiten, die mit Wunden oder Schleimhäuten in Kontakt kommen, stellen ein erhöhtes Risiko dar. Das kann unter anderem beim Anal- und Vaginalverkehr sowie bei oralem Verkehr geschehen. Vor allem die Darmschleimhaut und die Vaginalschleimhaut können HI-Viren enthalten. Die Ansteckungsgefahr steigt bei entzündeten Schleimhäuten, die umgekehrt bei HIV-Infizierten besonders viele HI-Viren enthalten. Weitere Körperflüssigkeiten sind beispielsweise Blut, Sperma, der Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut und die Scheidenflüssigkeit, die ansteckungsrelevante Mengen an HI-Viren enthalten können.

HIV und Sex: HIV-Diagnose – was nun?

Heutzutage ist eine HIV-Infektion gut behandelbar. Es ist deshalb möglich, positiv mit HIV zu leben. Auch HIV und Sex sind miteinander vereinbar, wenn zum Beispiel frühzeitig eine HIV-Therapie eingeleitet wird. Sie ist eine von mehreren Safer-Sex-Methoden, die Ihren Partner vor einer Ansteckung mit HIV schützt. Dank modernster Medikamente kann die Vermehrung des HI-Virus gehemmt werden. Voraussetzung ist die kontinuierliche Einnahme der HIV-Präparate sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Das führt in der Regel dazu, dass nach einigen Monaten keine Viren mehr in Ihren Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Scheidensekret nachgewiesen werden, sodass eine Übertragung auf andere Sexpartner nicht mehr möglich ist. Um sicher zu gehen, sollten Sie alle drei Monate die Viruslast überprüfen lassen.

HIV und Sex: Safer Sex mit Kondomen

Die Hauptursache für HIV-Infektionen ist ungeschützter Analsex. Mit Kondomen lässt sich die Ansteckungsgefahr deutlich reduzieren. Sie gehören neben dem Schutz durch Therapie und der PrEP zu den Safer Sex-Methoden. Außerdem schützen Kondome nicht nur vor einer HIV-Infektion, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie Kondome richtig anwenden.

  1. Um die Gleitfähigkeit von Kondomen zu verbessern und um zu verhindern, dass das Kondom reißt, verwenden Sie reichlich Gleitgel, das entweder wasserlöslich oder silikonbasiert ist. Nicht geeignet sind Fette und Öle, zum Beispiel Massageöl oder Vaseline, die das Kondom porös machen und beschädigen können.
  2. Für die richtige Anwendung streifen Sie das Kondom über den erigierten Penis, und verteilen erst danach das Gleitmittel auf dem Kondom.
  3. Um die Funktionstüchtigkeit des Kondoms nicht zu sehr zu strapazieren, sollten Sie nach jedem Sexualkontakt ein neues Kondom verwenden.
  4. Prüfen Sie zwischendurch, ob das Kondom noch richtig sitzt. Das gilt insbesondere für langen und heftigen Sex.
  5. Entfernen Sie das Kondom vorsichtig, solange der Penis noch erigiert ist.

Kondome sind nur dann funktionsfähig, wenn Sie eine gute Qualität haben und den Angaben entsprechend aufbewahrt werden. Laut Mindesthaltbarkeitsdatum sind die meisten Kondome vier Jahre lang haltbar. Doch die tatsächliche Haltbarkeit kann durch unsachgemäße Lagerung beeinträchtigt werden, wenn die Kondome beispielsweise eine längere Zeit Hitze ausgesetzt sind und nicht lichtgeschützt und kühl aufbewahrt werden.

Safer-Sex-Methode: PrEP als Schutz vor einer HIV-Infektion

Eine weitere Safer Sex-Methode ist die PrEP, die Prä-Expositionsprophylaxe, was übersetzt Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt bedeutet. Bei dieser Methode schützt sich ein Partner, der nicht mit HIV infiziert ist, durch die Einnahme eines HIV-Medikamentes vor einer HIV-Infektion. Diese Vorsorgemethode ist dann sinnvoll, wenn der andere Sexualpartner um seine HIV-Diagnose weiß oder ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion besteht. Die PrEP ist eine wissenschaftlich überprüfte Methode, bei der Tabletten in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.

HIV und Sex: Schutz vor anderen, durch Sex übertragbare Infektionen

Was viele Infizierte nicht wissen: Durch Geschlechtskrankheiten kann das Risiko einer HIV-Übertragung deutlich erhöht werden. Insoweit gibt es für HIV-Infizierte und ihre Partner im Zusammenhang mit Geschlechtskrankheiten besondere Gesundheitsrisiken:

  1. Hat der Partner eine Geschlechtskrankheit, ist sein Risiko deutlich erhöht, sich mit HIV zu infizieren.
  2. Umgekehrt können Geschlechtskrankheiten das Risiko erhöhen, HIV auf andere zu übertragen
  3. Bei mit HIV infizierten Personen verlaufen Geschlechtskrankheiten häufig schwerwiegender. Sie sind außerdem schwieriger zu behandeln.

Impfungen gibt es noch keine, und auch Kondome bieten keinen hundertprozentigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Da manche Krankheitserreger sehr leicht übertragbar sind, zum Beispiel durch Küssen oder über die Hände, sollten Sie sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen. Auch eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist empfehlenswert.

HIV und Funktionsstörungen: Die erektile Dysfunktion

Eine mögliche Begleiterscheinung einer HIV-Infektion ist die erektile Dysfunktion, die auch als Erektionsschwäche oder umgangssprachlich als Erektionsstörung bezeichnet wird. Symptomatisch für eine erektile Dysfunktion ist, dass über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr in mehr als 70 Prozent der Versuche Erektionsstörungen auftreten. Es sind rund 46 Prozent der Männer mit einer HIV-Infektion, die von Erektionsstörungen betroffen sind, während Libido und Ejakulation weitgehend normal sind.

Zu den häufigsten Ursachen gehören organische Defekte ebenso wie durch das HI-Virus beschädigte Nerven. HIV-Erkrankungen wirken sich nicht nur auf Nerven und Organe aus, sondern beeinflussen auch die Psyche eines Patienten. Die fortdauernde Angst, den Partner beim Vollzug des Geschlechtsverkehrs möglicherweise mit HIV zu infizieren, ist eine enorme psychische Belastung, die ursächlich für die erektile Dysfunktion sein kann. Der psychosoziale Aspekt der HIV-Erkrankung ist nicht zu unterschätzen, und so können auch Depressionen Erektionsstörungen bedingen. Zögern Sie nicht, und besprechen Sie diese Probleme mit Ihrem Arzt, auch wenn Erektionsprobleme bisweilen ein gesellschaftliches Tabuthema sind.

Die gute Nachricht: Die erektile Dysfunktion ist in der Regel behandelbar, wobei die Therapie von der jeweiligen Ursache abhängig ist. Oftmals ist es eine Kombination aus psychotherapeutischer Behandlung und Medikamenten, die beispielsweise den Wirkstoff Sildenafil oder Tadalafil enthalten können. Auch Selbsthilfegruppen helfen, das Leben mit HIV psychisch besser zu bewältigen. Präventive oder unterstützende Maßnahmen sind eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Beckenbodentraining, Entspannungstechniken und regelmäßige Ruhepausen.

Sie haben Fragen zur erektilen Dysfunktion, zu den verschiedenen Safer Sex-Methoden, zum Beispiel zu PrEP, oder zum Leben mit HIV? Lesen Sie mehr auf unseren Informationsseiten!

Positiv leben mit HIV: HIV im Beruf

Rund zwei Drittel der Menschen, die mit HIV infiziert sind, sind in einem Beschäftigungsverhältnis. Da stellt sich die Frage, was im Zusammenhang mit HIV und beruflicher Aktivität zu beachten ist. Müssen HIV-Infizierte ihre Krankheit gegenüber dem Arbeitgeber offenlegen? Gibt es Einschränkungen in Bezug auf die Berufswahl und die Berufsausübung, oder kann es sogar zu einer Kündigung kommen? Antworten auf diese und andere Fragen erhalten Sie hier.

HIV und Beruf: Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Grundsätzlich gibt es in Deutschland keine namentliche Meldepflicht für eine HIV-Infektion. Um Daten über die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland zu erhalten, werden HIV-Infektionen dem Robert Koch Institut lediglich anonymisiert gemeldet. Auch ein HIV-Test darf nicht ohne die Einwilligung des Patienten vorgenommen werden. Doch wie ist die rechtliche Lage im Zusammenhang mit einer Einstellungsuntersuchung? Auch dann ist ein Test ohne die Einwilligung des Arbeitnehmers nicht erlaubt. Ohnehin unterliegen Ärzte der ärztlichen Schweigepflicht. Das gilt auch für den Betriebsarzt, der gegenüber dem Arbeitgeber an seine Schweigepflicht gebunden ist. Außerdem hat ein Betriebsarzt lediglich die Aufgabe festzustellen, ob ein Arbeitnehmer aus medizinischer Sicht für die betreffende Arbeit geeignet ist. Im alltäglichen Umgang besteht fast keine Infektionsgefahr für andere Personen. Daher schränkt eine HIV-Infektion als solche, bis auf wenige Ausnahmen, die Berufswahl nicht ein.

Stolperfallen im Zusammenhang mit HIV und dem Beruf

Es gibt jedoch einige Stolperfallen, die Sie kennen sollten, wenn es um HIV und den Beruf geht. Beim Bewerbungsgespräch werden der Arbeitgeber beziehungsweise der Personaler Fragen stellen, um mehr über Sie als potenziellen Kandidaten zu erfahren. Diese Fragen müssen im Zusammenhang mit der zu besetzenden Stelle stehen. Diesbezüglich sind Sie verpflichtet, wahrheitsgemäß zu antworten. Tun Sie das nicht und beantworten Sie Fragen wissentlich falsch, kann das eine Kündigung nach sich ziehen. In Bezug auf HIV bedeutet das, dass der Arbeitgeber Sie nicht fragen darf, ob Sie mit HIV infiziert sind. Anderes gilt, wenn Ihre Tätigkeit im Zusammenhang mit Arbeitseinsätzen im Ausland steht, für die Einreisebeschränkungen für HIV-Infizierte gelten. Zulässig sind lediglich Fragen nach ansteckenden Krankheiten, die Kunden oder Kollegen gefährden können dies trifft auf eine HIV-Infektion nicht zu. Der Arbeitgeber darf Sie außerdem fragen, ob in absehbarer Zeit mit Ausfallzeiten zu rechnen ist, weil Sie zum Beispiel eine Kur beantragt haben oder eine Operation geplant ist. Eine gut behandelte HIV-Infektion führt nicht zu vermehrten Fehlzeiten. Insoweit ist sie für die Tätigkeit ohne Bedeutung, sodass sie gegenüber dem Arbeitgeber nicht offenbart werden muss. Kommt es jedoch über einen längeren Zeitraum, z.B. durch Folgeerkrankungen der HIV-Infektion, zu erheblichen Fehlzeiten und ist auch in Zukunft keine Besserung absehbar, kann der Arbeitgeber eine Kündigung wegen Krankheit aussprechen.

HIV und Beruf: Berufe im Gesundheitswesen

Für Berufe im Gesundheitswesen hat die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) zusammen mit der Gesellschaft für Virologie (GfV) neue Empfehlungen bezüglich der Prävention einer HIV-Übertragung von mit HIV infizierten Mitarbeitern auf Patienten veröffentlicht. Die Empfehlungen dienen vorwiegend dem Schutz der Patienten unter Wahrung der Interessen der mit HIV infizierten Mitarbeiter. Danach gibt es für Tätigkeiten im Gesundheitswesen, die außerhalb des chirurgischen beziehungsweise invasiven Spektrums liegen, keine Einschränkungen, und zwar unabhängig von der Viruslast. Begründet wird diese Empfehlung damit, dass eine HIV-Übertragung von infizierten Mitarbeitern auf Patienten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht möglich ist.

HIV-Diagnose, was nun?: Risiko in Gesundheitsberufen abhängig von der HIV-Viruslast

Liegt die HIV-Viruslast unter 50 Kopien pro Milliliter Blutserum, können alle Tätigkeiten im Gesundheitsbereich ausgeübt werden. Das gilt auch für größere chirurgische Eingriffe, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört einmal das Tragen von Handschuhen, die alle zwei bis drei Stunden gewechselt werden sollten. Weitere Voraussetzung ist, dass der/die betreffende Mitarbeiter/in regelmäßig arbeitsmedizinisch und von einem in der HIV-Therapie erfahrenen Arzt betreut wird. Als dritte Voraussetzung wird eine regelmäßige Überprüfung der Viruslast in einem vierteljährlichen Rhythmus genannt.

Liegt die Viruslast über 50 Kopien pro Milliliter Blutserum, gibt es Einschränkungen. Dann dürfen verletzungsträchtige operative Eingriffe nicht mehr durchgeführt werden. Mit verletzungsträchtigen operativen Eingriffen sind solche gemeint, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, dass sich ein mit HIV infizierte/r Arzt oder Ärztin selbst verletzen und anschließend in die Wunde bluten könnte. Alle anderen Operationen dürfen auch weiterhin durchgeführt werden.

Dem Grunde nach betreffen diese Empfehlungen nur einige Facharztbereiche. Denn bei den meisten Tätigkeiten im Gesundheitswesen werden keine invasiven medizinischen Tätigkeiten mit einer hohen Selbstgefährdung durchgeführt.

HIV und Beruf:Warum es im Gesundheitswesen zu Problemen kommen kann

Laut der Empfehlungen von DVV und GfV sind Patienten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gefährdet, sich durch den normalen Umgang mit Ärzten oder Therapeuten mit HIV zu infizieren. Insoweit besteht aus ethischer Sicht keine Verpflichtung, Patienten über das Vorliegen einer HIV-Infektion beim medizinischen Personal zu informieren. Krankenhausverwaltungen fürchten sich jedoch davor, in Haftung genommen zu werden, sofern es durch einen mit HIV infizierten Chirurg zu einer Übertragung gekommen ist.

Kommt es bei einem Patienten zu einer HIV-Diagnose, stellt sich die Situation rechtlich wie folgt dar: Im Zusammenhang mit der Fremdgefährung durch infektiöses medizinisches Personal kommt es allein darauf an, ob diese Infektion sich für den Patienten in dieser konkreten Behandlungssituation als Risiko erweist. Kann dies nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden, ist auch eine Haftung des/r infizierten Arzt/Ärztin ausgeschlossen. Allein durch das Vorliegen einer Infektionskrankheit kann nicht zwingend auf die Infektiösität des Trägers geschlossen werden. Stattdessen ist eine Betrachtung des konkreten Einzelfalls unerlässlich.

Leben mit einer HIV-Diagnose: Luftfahrtpersonal

Während früher Menschen mit einer positiven HIV-Diagnose nicht Pilot oder Co-Pilot werden konnten, hat sich die Gesetzeslage seit dem 8. April 2012 mit Inkrafttreten der neuen Verordnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) geändert. Danach ist eine HIV-Diagnose kein generelles Ausschlusskriterium mehr, um als Pilot oder Co-Pilot zu arbeiten. Die Entscheidung darüber, ob ein Flugtauglichkeitszeugnis ausgestellt wird oder nicht, hängt bei mit HIV infizierten Menschen, wie bei jedem anderen Menschen auch, von ihrem individuellen Gesundheitszustand ab. Bezüglich des Kabinenpersonals und der Flugbegleiter gibt es keine einheitlichen Vorgehensweisen, sodass sich diesbezüglich keine allgemeingültigen Aussagen treffen lassen. Manche Airlines verlangen keinen HIV-Test, andere verlangen einen und verbinden ihn mit besonderen Auflagen in Bezug auf die Anstellung.

Leben mit HIV: Berufe mit Auslandsaufenthalten

Es gibt zahlreiche Länder, die Menschen mit HIV einen längeren Aufenthalt in ihrem Land oder sogar die Einreise verweigern. Sind für die Ausübung eines Berufes Auslandsaufenthalte in mindestens einem dieser Länder notwendig, darf der Arbeitgeber ausnahmsweise beim Bewerbungsgespräch nach dem Vorliegen einer HIV-Infektion fragen. Wird die HIV-Infektion erst nach der Anstellung festgestellt, ist das nicht zwingend ein Kündigungsgrund.

Sie haben Fragen oder wünschen weitere Informationen über HIV und Beruf? Lesen Sie auf unseren Informationsseiten mehr über ein Leben mit HIV.

Leben mit HIV – Arztbesuche: Worauf muss ich achten?

„Arztbesuche: Worauf muss ich achten?" ist eine wichtige Frage für Menschen, die mit HIV infiziert sind, auf die Sie hier eine Antwort erhalten. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Sie dazu verpflichtet sind, einem Arzt eine HIV-Infektion mitzuteilen. Umgekehrt sollten Sie nicht nur Ihre Pflichten, sondern auch Ihre Rechte bei einem Arztbesuch kennen, der nicht immer konfliktfrei verläuft.

Arztbesuche: Worauf muss ich achten? - Gibt es eine Offenlegungspflicht gegenüber einem Arzt?

Gibt es eine Offenbarungspflicht gegenüber dem Arzt, ist eine Frage, die sich in Verbindung mit der Thematik „Arztbesuche: Worauf muss ich achten?“ ebenfalls stellt. Grundsätzlich sind Sie nicht verpflichtet, eine HIV-Infektion gegenüber dem behandelnden Arzt offenzulegen. Es kann jedoch passieren, dass Ärzte in diesem Fall einen Bruch des Behandlungsvertrages monieren. Als Argument wird die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient vorgetragen, die auf Vertrauen basiert. Diese wichtige Vertrauensbasis sieht mancher Arzt durch das Verschweigen der HIV-Infektion seitens des Patienten zerstört, sodass bisweilen die Weiterbehandlung abgelehnt wird. Umgekehrt können Sie sich als HIV-Patient darauf berufen, dass Sie keine sachgerechte Behandlung bekommen hätten, wenn Sie dem Arzt gegenüber Ihre HIV-Infektion erwähnt hätten. Dieses Problem taucht insbesondere bei Zahnärzten auf, die im ländlichen Raum praktizieren und die teilweise die Behandlung von HIV-Infizierten ablehnen. Wenn Sie diese Situation erleben, wenden Sie sich an die Ärztekammer, oder an einen Patientenbeauftragten, damit der Sachverhalt geklärt und Vorbehalte aus dem Weg geräumt werden können.

Die im Behandlungsvertrag klar festgelegten Rechte

Tatsächlich bestehen die in § 630a (Bürgerliches Gesetzbuch) normierten wechselseitigen Hauptleistungspflichten des Behandlungsvertrages darin, dass sich der Arzt verpflichtet, den Patienten medizinisch zu behandeln. Im Gegenzug muss der Patient für die Behandlung eine vereinbarte Vergütung zahlen, die im Regelfall von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) übernommen wird. Aus dem Behandlungsvertrag ergeben sich außerdem für Patienten klar festgelegte Rechte. Unter anderem dürfen Ärzte nur mit dem Einverständnis des Patienten handeln. Ärzte sind außerdem verpflichtet, ihre Patienten umfassend über die Erkrankung, den Verlauf und die Therapiemöglichkeiten zu informieren.

Arztbesuche: Worauf muss ich achten? - Der HIV-Test

„Arztbesuche: Worauf muss ich achten?“ – zu diesem Themenkomplex gehört auch die Frage, unter welchen Voraussetzungen ein HIV-Test zulässig ist und ob er der Einwilligung des Patienten bedarf. Regelmäßig ist ein ärztlicher Eingriff nur mit Einwilligung des Patienten zulässig. Einwilligung bedeutet, dass der Patient über den Umfang, die Art und die Folgen des Eingriffs umfassend informiert ist. Dadurch wird dem Persönlichkeitsschutz und der persönlichen Entscheidungsfreiheit des Patienten in Bezug auf seinen Körper Rechnung getragen. Auch eine stillschweigende Einwilligung, eine sogenannte konkludente Einwilligung, reicht aus. Dieser Ausnahmefall liegt dann vor, wenn der Patient eine umfassende medizinische Klärung des Gesundheitszustandes wünscht. Kommt aufgrund der Symptome eine HIV-Infektion in Betracht und sollen auf Wunsch des Patienten die Ursachen für die Beschwerden abgeklärt werden, erklären Sie sich als Patient stillschweigend mit einem HIV-Test einverstanden, wenn Sie nicht bei der Besprechung der verschiedenen Diagnosemaßnahmen widersprechen. Im Falle einer Ablehnung wird der Arzt auf keinen Fall einen HIV-Test durchführen. Er hat im Gegenzug dann auch die Möglichkeit, die Weiterbehandlung abzulehnen.

Arztbesuche: Worauf muss ich achten? - Die ärztliche Schweigepflicht

Ärzte unterliegen der Schweigepflicht. Nach § 203 Abs. 1 StGB (Strafgesetzbuch) sind sie verpflichtet, anderen unbefugt ein zum persönlichen Lebensbereich gehörendes Geheimnis nicht zu offenbaren. Wer dagegen verstößt, dem drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Auch eine zivilrechtliche Klage ist möglich, die auf Unterlassung oder Schadenersatz gerichtet ist. Die Verschwiegenheitspflicht betrifft nicht nur den Arzt, sondern erstreckt sich nach § 203 Abs. 3 StGB auch auf die Mitarbeiter. Die Schweigepflicht umfasst alle personenbezogenen Daten und Tatsachen und gilt einschließlich der Angehörigen gegenüber jeder Person, sogar über den Tod hinaus.

Doch es gibt Ausnahmen. Die Schweigepflicht ist aufgehoben, wenn der Patient ein ausdrückliches Einverständnis erteilt hat. Sie gilt auch dann nicht, wenn eine stillschweigende beziehungsweise mutmaßliche Einwilligung des Patienten vorliegt, wenn eine gesetzliche Auskunftspflicht besteht oder im Falle des rechtfertigenden Notstands nach § 34 StGB.

Leben mit HIV: Die Pflicht zur Notfallbehandlung

Ärzte dürfen eine erforderliche Notfallbehandlung nicht verweigern. Ansonsten machen sie sich nach § 323c StGB wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Eine Notfallbehandlung ist erforderlich, wenn der Patient erhebliche Schmerzzustände hat oder sich in Lebensgefahr befindet. Allerdings ist die Hilfeleistung nur auf solche Maßnahmen beschränkt, die notwendig sind, um die Notsituation zu beheben. Ein Beispiel: Zahnärzte könnten die Behandlung von schmerzgeplagten Patienten verweigern, nachdem sie ihnen ein Schmerzmittel verabreicht haben. Die Patienten haben dann die Möglichkeit, einen anderen Zahnarzt aufzusuchen.

Patientenrechte: Die freie Arztwahl

Grundsätzlich haben Sie als Patient das Recht, den Arzt frei zu wählen. Allerdings ist die Arztwahl bei Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenversicherung auf Ärzte mit kassenärztlicher Zulassung begrenzt. Diese können sich auch von einem Privatarzt beziehungsweise einem Arzt ohne Kassenzulassung behandeln lassen. Das hat allerdings zur Folge, dass die Kosten selbst getragen werden müssen. Positiv leben mit HIV heißt auch, dass der Patient sich bei seinem Arzt gut aufgehoben fühlen soll. Tut er das nicht, hat der Patient aufgrund der freien Arztwahl das Recht, den Arzt zu wechseln. Der bisherige Arzt ist verpflichtet, sämtliche Unterlagen der Patientenakte, Röntgenbilder und sonstigen Dokumente auszuhändigen, die dann dem neuen Arzt übergeben werden können. Es gibt Ärzte, die sich auf die Behandlung von HIV-Patienten spezialisiert haben. Das sind sogenannte Schwerpunktärzte. In manchen Krankenhäusern gibt es auch HIV-Ambulanzen, die ebenfalls auf HIV-Patienten ausgerichtet sind.

HIV-Diagnose: Einsicht in die Patientenakte

Der Patient hat das Recht, jederzeit Einsicht in seine Patientenakte zu nehmen. Allerdings dürfen keine therapeutischen Gründe oder sonstige Rechte Dritter, die erheblich sind, dagegensprechen. In der Patientenakte sind alle Unterlagen enthalten, die sich auf bisherige und künftige Behandlungen beziehen. Dazu gehören zum Beispiel Aufzeichnungen über die Anamnese, Untersuchungsergebnisse und Befunde, Ausführungen über die Diagnose sowie über Therapien und ihre Wirkung, Einwilligungen, mögliche Eingriffe und Arztbriefe. In der Regel wird die Patientenakte elektronisch angelegt. Das bedeutet, dass ein Anspruch auf Aushändigung von Kopien der Patientenakte besteht. Der Arzt ist berechtigt, anfallende Kopierkosten in Rechnung zu stellen. Ausgehändigt werden auch Röntgenbilder. Diese Unterlagen sind dann wichtig, wenn ein anderer Arzt nach einer Zweitmeinung gefragt oder der Arzt gewechselt werden soll. Nicht offenlegen muss der Arzt seine persönliche Einschätzung des Patienten, die er möglicherweise in der Patientenakte notiert hat. Gleiches gilt für weitere vertrauliche Aufzeichnungen, zum Beispiel über Meinungsverschiedenheiten mit dem Patienten.

Haben Sie neben der Frage „HIV und Arztbesuche: Worauf muss ich achten?“ noch andere Fragen? Klicken Sie sich gerne durch unsere Infoseiten und lesen Sie mehr darüber, wie Sie positiv mit HIV leben.

In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten?

Erholungsphasen und Urlaub sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens, wenn Sie positiv leben möchten mit HIV. Aufgrund einer HIV-Infektion brauchen Sie darauf nicht zu verzichten, auch wenn es gewisse Einschränkungen gibt und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten sind. Dieser Ratgeber über „In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten?“ beantwortet die wichtigsten Fragen und gibt Tipps, wie Sie sich am besten auf Ihren Urlaub vorbereiten und im Urlaub verhalten.

In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten?

In Bezug auf Europa ist die Frage „In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten?“ schnell beantwortet. Reisen ist für Menschen mit einer HIV-Infektion innerhalb Europa‘s unproblematisch. Anderes gilt für Fernreisen, auf die Sie sich entsprechend vorbereiten und einige Monate vorher wichtige Fragen klären müssen, zum Beispiel diese:

  • Darf ich mit einer HIV-Infektion in dieses Land einreisen? Wie lange darf ich mich dort aufhalten? Werden mir aufgrund meiner HIV-Infektion besondere Beschränkungen auferlegt?
  • Ist eine Reise in das gewünschte Urlaubsziel mit meinem Gesundheitszustand vereinbar?
  • Welche Impfungen sind für meine Reise erforderlich?
  • Besteht ein besonderes Risiko für meine Gesundheit, zum Beispiel wegen mangelnder hygienischer Bedingungen oder aufgrund von zu großer Hitze?
  • Kann ich meine HIV-Medikamente problemlos mitnehmen und gibt es Möglichkeiten, sie geschützt vor Hitze aufzubewahren? Kann ich gegebenenfalls vor Ort HIV-Medikamente besorgen?

Eine gute Vorbereitung wird Ihnen helfen, Ihren Urlaub auch mit einem Leben mit HIV zu genießen. Das Ziel guter Reisevorbereitungen ist, dass der Urlaub und die Erholung sowie das Sammeln neuer Eindrücke im Vordergrund stehen.

In den Urlaub mit HIV – nicht in jedem Land willkommen

Leben mit HIV gestaltet sich bei Reisen in ferne Länder etwas schwieriger. In rund 70 Ländern gelten für HIV-Positive besondere Regelungen beziehungsweise Beschränkungen. Das ist wohl eine der wichtigsten Antworten, wenn es um die Frage geht „In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten?“ Eine restriktive Praxis für HIV-Infizierte haben zahlreiche muslimische Staaten, beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate, Tunesien und der Irak, aber auch Russland, Australien, Nord- und Südkorea. Einige verbieten die Einreise gänzlich, während andere touristische Einreisen zwar genehmigen, jedoch längere Aufenthalte von über 90 Tagen verbieten. Wer bereits im Land ist, muss mit einer Ausweisung bei Bekanntwerden einer HIV-Infektion rechnen. Alle Beschränkungen für Reisen ins Ausland sowie weitere Details sind auf hivtravel.org und auf hivrestrictions.org gesammelt und zugänglich gemacht.

Positiv leben mit HIV: Sex im Urlaub

Sonne, Strand und Meer - für viele ist ein Urlaub ohne Sex nicht vorstellbar. Doch in zahlreichen Ländern ist Sex ohne Kondom für HIV-Positive strafbar. Das gilt auch dann, wenn der Sexpartner über die HIV-Diagnose Bescheid weiß und damit einverstanden ist. Einige Länder verweigern HIV-Infizierten generell die Einreise. Dazu gehören beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate, Namibia, Singapur und die Russische Föderation. Manche Länder verlangen bei mehrfacher Einreise oder längeren Aufenthalten einen HIV-Test. In einigen Ländern werden homosexuelle Handlungen nicht toleriert, sodass Männer, die Sex mit Männern haben, mit Gewalt, Diskriminierung und Strafen rechnen müssen. Deshalb ist es wichtig, sich über die jeweiligen Landesgesetze und über die gesellschaftlichen Verhältnisse zu informieren, um nicht im Ausland mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Auf hivtravel.org finden Sie detaillierte Informationen zu den Besonderheiten der jeweiligen Länder weltweit.

In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten? - Das wichtige Thema Impfungen

Ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit "In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten?" sind Impfungen. Informieren Sie sich, welche Impfungen Sie bereits haben, welche aufgefrischt werden müssen und welche Sie für Ihr Reiseland benötigen. Ein richtiger Ansprechpartner ist Ihr Arzt, der Ihre HIV-Diagnose und Ihren Gesundheitszustand kennt. Lassen Sie sich rechtzeitig beraten und impfen, da manche Impfungen Wochen oder Monate brauchen, bis sie wirken.

  • Zu den empfohlenen Impfungen für alle HIV-Patienten gehören Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Masern, Hepatitis B, Influenza (Grippevirus), Pneumokokken (gegen Hirnhaut-, Lungen- und Mittelohrentzündung) sowie Meningokokken, ggf. FSME, Hepatitis A, Varizellen (Windpocken) und für Frauen im gebärfähigen Alter Röteln.
  • Impfungen, die in Verbindung mit Auslandsreisen relevant werden können, sind unter anderem Hepatitis A, Cholera, Tollwut, Typhus, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Meningokokken und FSME.

Grundsätzlich ist zu Impfungen bei einer HIV-Infektion festzuhalten, dass Totimpfstoffe im Gegensatz zu Lebendimpfstoffenungefährlich sind. Lebendimpfstoffe sind dagegen, insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem, kontraindiziert. Bei den Lebendimpfstoffen gegen Röteln oder Masern gilt zum Beispiel, dass bei einer Helferzahl (CD4+) < 200/µl Blut die Impfung kontraindiziert ist. Teilweise ist die Wirkweise von Impfungen bei mit HIV infizierten Menschen vermindert und dadurch der Impfschutz geringer, wobei der Immunstatus eine entscheidende Rolle spielt. Aus diesem Grund sollten Impfungen so früh wie möglich durchgeführt werden. Es kann im Einzelfall sinnvoll sein, erst das Immunsystem durch eine Antiretrovirale Therapie zu stärken und dann erst zu impfen.

In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten? - HIV-Medikamente nicht vergessen

In den Urlaub mit HIV. Worauf muss ich achten? Die wichtigste Antwort auf diese Frage ist: Vergessen Sie Ihre HIV-Medikamente nicht!

  • Sie sollten Ihre Medikamente in ausreichender Menge mit in den Urlaub nehmen. Planen Sie außerdem eine Reserve für eine ungewollte oder spontane Verlängerung ein.
  • Medikamente gehören ins Handgepäck, da ein Koffer verloren gehen kann.
  • Lassen Sie sich sicherheitshalber von Ihrem Arzt eine englischsprachige Bescheinigung ausstellen, aus der hervorgeht, dass Sie auf die regelmäßige Einnahme dieser Medikamente angewiesen sind. Auf dem ärztlich bestätigten Medikamentenplan sollten auch die Wirkstoffnamen der Medikamente vermerkt sein. Nicht genannt werden muss die HIV-Diagnose.
  • Achten Sie auf die Lagerhinweise auf dem Beipackzettel. Nur bei Einhalten der Lagerhinweise ist die Wirkung der HIV-Medikamente gesichert. Grundsätzlich werden Medikamente für die Lagerung in einem Temperaturbereich zwischen 8 und 25 Grad Celsius hergestellt. Extreme Temperaturen über 40 Grad Celsius sowie Minusgrade sollten Sie vermeiden.
  • Sofern Sie in eine andere Zeitzone reisen, sollten Sie die Einnahmezeitpunkte Ihrer HIV-Medikamente entsprechend anpassen.

Müssen Sie außerhalb Deutschlands HIV-Medikamente kaufen, kommen die gesetzliche Krankenversicherung und auch eine Auslandskrankenversicherung nicht dafür auf. Außerdem ist es unter Umständen nicht ungefährlich, sich im Ausland Medikamente zu besorgen. Qualitätsprobleme lokal erhältlicher Medikamente gibt es unter anderem in Südamerika, in Zentralafrika, in Teilen Westafrikas und in Südostasien. Gemeint sind Arzneimittel minderer Qualität oder Fälschungen.

Ein erhöhtes Thromboserisiko auf langen Reisen

Was viele HIV-Infizierte nicht wissen: Sie haben ein erhöhtes Thromboserisiko, sodass es schneller zu einem Verschluss eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel kommen kann. Doch es gibt vorbeugende Maßnahmen, mit denen Sie das Risiko reduzieren können. Maßnahmen zur Vorbeugung sind beispielsweise viel trinken, wovon alkoholische Getränke ausgenommen sind. Bewegungsübungen der Beine, Zurückhaltung im Umgang mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln, lockere Kleidung, Strümpfe ohne Bündchen und bequeme Schuhe helfen auch, das Thromboserisiko zu senken. Außerdem kann das Tragen von Kompressionsstrümpfen auf langen Flug-, Bus- und Autoreisen sinnvoll sein.

Positiv leben mit HIV: HIV und Kinderwunsch

Das Thema „HIV und Kinderwunsch“ beschäftigt mit HIV infizierte Männer und Frauen sehr. Viele von ihnen glauben, dass sie wegen der Übertragungsgefahr auf Kinder verzichten sollten. Tatsächlich kann das Risiko einer Virusübertragung unter der Geburt von der Mutter auf das Kind auf fast 0% gesenkt werden, wenn die Schwangere ihre HIV-Diagnose kennt und kontinuierlich eine HIV-Therapie bekommt. Das bedeutet, dass die Entscheidung, ein Kind zu bekommen oder nicht, nicht von der Diagnose HIV-positiv abhängt. Wichtig ist für einen positiven Umgang mit HIV und Schwangerschaft, dass beide Partner bestens informiert sind. Was Sie vor und während einer Schwangerschaft beachten müssen, wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

HIV und Kinderwunsch – worauf Sie vor einer Schwangerschaft achten sollten

Bei HIV und Kinderwunsch ist es sinnvoll, wenn zunächst ein Gynäkologe aufgesucht wird, der auf HIV-Infektionen spezialisiert ist. Ein spezialisierter Gynäkologe ist deshalb sinnvoll, weil er umfassende Kenntnisse darüber hat, welche Untersuchungen und Vorsichtsmaßnahmen vor und während einer Schwangerschaft sinnvoll und notwendig sind. Bereits vor einer Schwangerschaft sollte, neben den HIV-spezifischen Untersuchungen, auf Röteln sowie auf Hepatitis B und C untersucht werden. Dazu gehören auch die Krebsvorsorge, regelmäßige HPV-Tests (Humane Papillomviren) sowie Untersuchungen auf genitale Infektionen.

HIV-Diagnose - was nun? Schwanger werden, aber sicher

Wie mit bestehender HIV-Infektion bei einem Kinderwunsch eine Schwangerschaft möglich ist, ohne ein HIV-Risiko für den Partner zu haben, hängt davon ab, ob beide Partner HIV-positiv sind oder ob nur einer in der Partnerschaft mit HIV infiziert ist.

  • Sind beide Partner HIV-positiv und besteht kein zusätzliches Risiko bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Allerdings sollte nach Möglichkeit auch hier eine gut funktionierende HIV-Therapie gewährleistet sein, damit es z.B. nicht zur Übertragung von resistenten Viren kommt.
  • Ist nur ein Partner in der Beziehung HIV-positiv, stellt sich die Frage ob dieser eine HIV-Therapie bekommt und diese erfolgreich ist. Wenn das Virus im Blut, über mehr als drei Monate, nicht mehr nachweisbar ist, kann ohne Risiko für den nicht infizierten Partner auf natürlichem Wege ein Kind gezeugt werden. Falls keine HIV-Therapie eingenommen oder diese (noch) nicht erfolgreich ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, „sicher“ schwanger zu werden:
  • Ist die Partnerin HIV-positiv, gibt es zwei Möglichkeiten der Befruchtung In Betracht kommen entweder eine künstliche Befruchtung oder die Selbstinsemination. Der Unterschied zwischen beiden Methoden besteht darin, dass die künstliche Befruchtung mit ärztlicher Hilfe stattfindet, während die Selbstinsemination ohne ärztliche Hilfe möglich ist. Bei beiden kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an, der im Allgemeinen zwei bis fünf Tage vor dem Eisprung ist. Bei einer Selbstinsemination werden einige Hilfsmittel benötigt, nämlich eine Inseminationskappe, einen Trichter, Becher oder eine Inseminationsspritze. Die Samenprobe muss frisch sein, da Spermien nur eine begrenzte Zeit lebensfähig sind.
  • Ist der Mann mit HIV infiziert, wird oftmals eine assistierte Reproduktion mit Sperma durchgeführt, das aufbereitet beziehungsweise gereinigt ist. Das hat den Vorteil, dass das Übertragungsrisiko von HIV auf die Frau auf ein theoretisches Risiko reduziert werden kann.
  • Das Risiko für die Übertragung von HIV auf den nicht infizierten Partner kann auch durch eine sogenannte PrEP (Prä-Expositionsprophylaxe) minimiert werden. Hierbei werden Tabletten eingenommen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

Seit 2010 werden die Kosten für eine künstliche Befruchtung von HIV-positiven Menschen als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt. Allerdings müssen für die Inanspruchnahme gesetzlich geregelte Voraussetzungen erfüllt sein.

HIV und Kinderwunsch – eingeschränkte Fruchtbarkeit und Potenzstörungen

Doch was passiert bei HIV und dem Kinderwunsch, wenn die Fruchtbarkeit der Mutter eingeschränkt ist oder der Vater an einer Potenzstörung, einer erektilen Dysfunktion, leidet? Es ist möglich, die Fruchtbarkeit beziehungsweise die Fertilität der Frau oder des Mannes festzustellen. Während beim Mann ein Spermiogramm durchgeführt werden kann, wird bei Frauen die Fruchtbarkeit mithilfe einer Bauchspiegelung ermittelt.

  • Wird bei einer Frau eine eingeschränkte Fruchtbarkeit festgestellt, gibt es Möglichkeiten, sie zu behandeln. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist allerdings die Eheschließung. Abhängig vom Verfahren unterscheiden sich der Aufwand sowie die psychische und finanzielle Belastung deutlich.
  • HIV und der Kinderwunsch können auch durch Potenzstörungen beim Mann erschwert werden. Die erektile Dysfunktion kann verschiedene Ursachen haben. Häufig sind es psychische Probleme, zum Beispiel die Angst, die Partnerin mit HIV zu infizieren oder andauernder Stress, die zu Erektionsproblemen führen. Weitere mögliche Ursachen sind HIV-Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen. Ist gerade erst mit der HIV-Therapie begonnen worden, löst sich das Problem möglicherweise nach einiger Zeit von allein. Wichtig ist, dass nach Möglichkeit mit dem behandelnden Arzt darüber gesprochen wird. Denn oftmals schafft ein Wechsel der HIV-Medikamente Abhilfe. Auch sogenannte Potenzmittel sind eine Möglichkeit, die Erektion herbeizuführen, wobei es zu Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten kommen kann.

Übertragungsrisiken für das ungeborene Kind

Wünschen sich Paare, die beide HIV und einen Kinderwunsch haben, ein Kind, ist es wichtig, sich möglichst ausführlich von einem Arzt beraten zu lassen. Je mehr Wissen und je sorgfältiger eine Schwangerschaft geplant wird, umso erfolgreicher und mit weniger Komplikationen wird diese verlaufen. In zahlreichen Fällen wird die HIV-Diagnose erst während der Schwangerschaft gestellt. Das ist zunächst einmal ein Schock. Auch wenn eine HIV-Infektion nicht heilbar ist, ist es doch möglich, positiv mit HIV zu leben und auch gesunde Kinder zur Welt zu bringen.

Das Übertragungsrisiko kann sich für das Ungeborene aus diesen Gründen erhöhen:

  • Die Mutter befindet sich in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium mit einer erhöhten Viruslast, weil die HIV-Infektion bislang nicht diagnostiziert und keine HIV-Therapie eingeleitet wurde.
  • Die Anzahl der CD4-Zellen ist sehr niedrig.
  • Eine erhöhte Viruslast kann zu einer Frühgeburt führen.
  • Zusätzliche, zu einer HIV-Infektion auftretende Infektionen, zum Beispiel Hepatitis C, erhöhen das Übertragungsrisiko auf das Kind.
  • Dieses Risiko ist auch dann erhöht, wenn es zu einem vorzeitigen Blasensprung oder zu vorzeitigen Wehen kommt.

HIV und Kinderwunsch – was während einer Schwangerschaft wichtig ist

Während der Schwangerschaft sind regelmäßige Behandlungen und Untersuchungen wichtig. Alle zwei Wochen findet eine Vorsorgeuntersuchung statt, und alle vier bis acht Wochen werden die Blutwerte bestimmt. Da HIV-Patientinnen zu verfrühten Wehen neigen, werden regelmäßig die Zuckerwerte, der Herzton und die Wehenschreibung überprüft. In der 12., 22., 30. und in der 35. Woche finden jeweils Ultraschalluntersuchungen statt. Aufgrund des Übertragungsrisikos für das Kind wird empfohlen auf eine Fruchtwasseruntersuchung zu verzichten. Empfehlenswert ist vor allem eine kontinuierliche antivirale Behandlung, spätestens jedoch ab der 32. bis zur 36. Schwangerschaftswoche, um vor der Geburt die Viruslast im Blut der Mutter maximal zu senken und damit das HIV-Übertragunsrisiko unter der Geburt auf unter 1% zu senken.

Positiv leben mit HIV: Die Entbindung und was danach auf Mutter und Kind zukommt

Bis vor ein paar Jahren wurde meistens in der 27. bis 43. Schwangerschaftswoche ein Kaiserschnitt eingeleitet. Doch mit einer erfolgreichen HIV-Therapie ist auch, wenn keine medizinischen Einwände dagegen sprechen, eine Geburt auf natürlichem Wege möglich In den ersten Wochen erhält das Baby zur Sicherheit HIV-Medikament, um die HI-Viren an der Vermehrung zu hindern, die möglicherweise in seinen Körper gelangt sind. In der Regelwird HIV infizierten Müttern empfohlen nicht zu Stillen, da das Baby über die Muttermilch mit HIV infiziert werden könnte. Allerdings kann, in Rücksprache mit dem Arzt, unter bestimmten Voraussetzungen auch von dieser Regel abgewichen werden. Ob das Kind infiziert wurde, kann spätestens nach sechs Monaten mit einem PCR-Test überprüft werden. Tatsächliche Gewissheit haben Sie jedoch erst bis zum 18. Lebensmonat, da das Kind bis dahin Antikörper der Mutter in sich trägt.

„HIV-Diagnose, was nun?“ – diese globale Frage und alle weiteren, die damit in Verbindung stehen, beschäftigen HIV-Infizierte und Angehörige tagtäglich. Lesen Sie auf unseren anderen Informationsseiten weiter, um sich umfangreich zu informieren und dadurch lernen, positiv mit HIV zu leben.

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