HIV-positiv – was nun? Ihr Leben geht weiter!

„HIV-positiv, was nun“, ist eine Frage, die sich alle stellen, die gerade erfahren haben, dass sie mit HIV infiziert sind. Die HIV-Diagnose ist für alle Infizierten ein Schock. Dann kommt es darauf an, dass Sie die richtigen Maßnahmen ergreifen, um nicht in ein tiefes, schwarzes Loch zu fallen. Ihr Leben ist nicht zu Ende, denn abgesehen von einigen Einschränkungen können Sie auch mit HIV positiv leben.

Diagnose HIV-positiv, was nun?

Die Nachricht, sich mit HIV infiziert zu haben, ist für die meisten Patienten eine Schocknachricht. Wie bei anderen schwerwiegenden und das Leben verändernden Ereignissen werden Ihre Gedanken um die Frage „HIV-positiv, was nun?“ kreisen, und es werden konkrete Fragen aufkommen wie:
- Warum habe ich nichts bemerkt?
- Wann habe ich mich angesteckt?
- Bei wem oder wodurch habe ich mich mit HIV infiziert?
- Warum muss es ausgerechnet mich treffen?
- Warum habe ich nicht verhütet?
- Warum, warum, warum ...
Mit diesen und anderen Fragen sind Sie nicht allein. Nahezu alle Menschen, die sich mit HIV infizieren, stellen sie sich. Diese Fragen sind nicht nur normal, sondern auch wichtig, um diese schwerwiegende Diagnose zu akzeptieren und zu verarbeiten. Auch wenn Sie Antworten finden, bringt Sie das fortwährende Grübeln und Nachdenken auf lange Sicht nicht weiter, sondern belastet Sie zusätzlich. Um Unsicherheiten und Unklarheiten zu beseitigen, sollten Sie sich umfassend über HIV informieren und viele der gebotenen Hilfen in Anspruch nehmen.

„HIV-positiv, was nun“: Tipps für die ersten Wochen nach der Diagnose

Nutzen Sie die ersten Wochen nach der Diagnose und konzentrieren Sie sich auf sich selbst, auf Ihre Situation und auf Ihr Wohlbefinden. Die nachfolgenden Tipps werden Ihnen dabei helfen:
- Geben Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um die Diagnose zu verarbeiten.
- Suchen Sie eine Beratungsstelle auf und nutzen Sie von Experten geprüfte, vertrauenswürdige und verlässliche Informationsportale, um Unklarheiten aufzulösen und um sich umfassend zu informieren.
- Suchen Sie einen Arzt in Ihrer Nähe auf, der auf HIV spezialisiert ist.
- Notieren Sie Ihre Gefühle und die Fragen, die Ihnen durch den Kopf gehen, und suchen Sie nach Antworten.
- Sprechen Sie mit ausgewählten Personen Ihres Vertrauens, um sich mit der Situation auseinanderzusetzen und sie zu verarbeiten.
- Holen Sie sich Hilfe, wenn es Ihnen schlecht geht oder wenn Sie nach Antworten suchen. Abhängig von der Situation können das ein Arzt, Freunde oder eine Selbsthilfegruppe sein. Auch professionelle Hilfe durch einen entsprechend ausgebildeten Psychologen kann sinnvoll sein.
- Gehen Sie in diesen Wochen nach der HIV-Diagnose achtsam mit sich um und tun Sie sich und Ihrem Körper etwas Gutes!
Sicherlich hilft Ihnen das Wissen, dass eine HIV-Infektion heute eine gut behandelbare chronische Infektion ist. Es ist möglich, mit HIV positiv zu leben und auf Basis einer kontinuierlichen HIV-Therapie eine ähnlich hohe Lebenserwartung zu erreichen wie der Rest der Bevölkerung. Dank der HIV-Therapie mit modernsten Medikamenten kann das HI-Virus in Schach gehalten werden und eine normale Lebensqualität gewährleistet werden. Bei einer Therapie kommt es entscheidend auf Ihre aktive Mitarbeit und auf Ihre Disziplin bezüglich der Medikamenteneinnahme an. Auch der auf das Krankheitsbild spezialisierte und behandelnde Arzt nimmt in seiner Funktion als Fachmann, Berater und Vertrauensperson eine Schlüsselrolle ein. Nur ein mit HIV und AIDS bewanderter Arzt kann die richtigen Worte finden, den Verlauf Ihrer HIV-Erkrankung richtig einschätzen und mit einem gezielten Einsatz von HIV-Medikamenten aktiv den Krankheitsverlauf beeinflussen.

HIV-Diagnose, was nun? Was sich ändern wird

Für Sie wichtig zu wissen ist, dass Sie in vielerlei Hinsicht so weiterleben können wie bisher. Ihnen stehen auch weiterhin fast alle Möglichkeiten offen. Das liegt insbesondere an der effektiven HIV-Therapie, die eine Entwicklung zu AIDS unter der Voraussetzung, dass HIV rechtzeitig diagnostiziert wird, verhindert.
Es gibt allerdings auch einige Lebensumstände, die sich verändern werden. Es wird nicht immer einfach sein, mit HIV positiv zu leben. Was sich ändern wird, sind regelmäßige Arztbesuche und Untersuchungen. Sehr zeitnah werden Sie eine Therapie beginnen und regelmäßig Medikamente einnehmen. Sie werden sich möglicherweise überlegen, mit wem Sie über Ihre Erkrankung sprechen müssen, können und wollen. Auch das sind Fragestellungen, die Sie mit Ihrem Arzt oder im Rahmen einer HIV-Beratung ansprechen können. Was sich auch ändern wird, ist Ihr Verhalten in den Bereichen Sexualität, im Rahmen einer Schwangerschaft und in bestimmten Berufszweigen. Für Sie wichtig zu wissen ist, Sie sind nicht allein!
Die Antwort auf die Frage „HIV-positiv, was nun?“ und die notwendigen Veränderungen werden einfacher für Sie, wenn Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen, in der Sie Menschen finden, die aufgrund der gemeinsamen Erkrankung in derselben Lebenssituation sind wie Sie und dieselben Probleme und Herausforderungen meistern müssen. In einer Selbsthilfegruppe geht es insbesondere um den Austausch von Informationen und Erfahrungen, um gegenseitige Hilfe, Geselligkeit, um gemeinsames Lernen und auch um gemeinsame Unternehmungen.

HIV-positiv, was nun? So geht es weiter im Job

Die Frage „HIV-Diagnose, was nun?“ kann unter bestimmten Voraussetzungen auch für den Job bedeutungsvoll sein. Rund zwei Drittel der HIV-Infizierten sind auch nach dieser Diagnose in ihrem bisherigen Beruf tätig. Sie weisen durch die Erkrankung auch keine höheren Fehlzeiten auf. Eine HIV-Infektion ist keine die Arbeitsfähigkeit mindernde Krankheit. Außerdem besteht im Berufsalltag keine erhöhte Ansteckungsgefahr für die übrigen. Sie können mit einer HIV-Infektion nahezu alle Berufe ausüben. Es gibt nur wenige Tätigkeiten, bei denen Sie andere Menschen gefährden könnten.

- Berufe im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen können Sie trotz HIV als Krankenschwester oder Krankenpfleger, als Arzt oder Ärztin arbeiten. Einschränkungen gibt es, wenn es um den Kontakt infektiöser Körperflüssigkeiten geht, was insbesondere OP-Schwestern und Chirurgen und andere operativ tätige Ärzte betrifft.

- Luftfahrtpersonal

Nach internationalen Richtlinien dürfen Menschen mit chronischen Erkrankungen aufgrund der hohen Sicherheitsstandards nicht Pilot werden. Dazu gehört auch eine HIV-Infektion. Grund ist eine mögliche Gefährdung während des Fluges aufgrund gesundheitlicher Probleme, wodurch die Sicherheit der Passagiere gefährdet werden könnte.

- Berufe mit Reisetätigkeit

Es gibt Länder, in denen mit HIV infizierten Menschen die Einreise verweigert wird. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel als infizierter Flugbegleiter von Reisen in solche Länder ausgeschlossen sind.

Positiv leben mit HIV: Sport und Bewegung

Sportmedizinische Untersuchungen haben ergeben, dass Sport und körperliche Bewegung das Immunsystem stärken. Was für gesunde Menschen gilt, ist für Patienten mit einer chronischen Erkrankung ebenso wichtig. Sport beeinflusst die Herz- und Kreislauffunktion und wirkt positiv auf die Atmung, den Cholesterinspiegel, das Körpergewicht und die Blutfettwerte. Sportlich aktive HIV-Infizierte berichten von
- einem höheren Wohlbefinden und weniger depressiven Verstimmungen,
- von reduzierten Nebenwirkungen der HIV-Medikamente und
- von einer Verbesserung der Lebensqualität durch eine höhere Leistungsfähigkeit, ein besseres Körperbewusstsein und ein größeres Selbstbewusstsein.
Dabei kommt es nicht darauf an, Höchstleistungen anzustreben. Geeignet sind insbesondere Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen, Radfahren, Rudern, Inlineskating sowie Kraft- und Muskeltraining. Eine vorherige Untersuchung durch den behandelnden Arzt ist empfehlenswert.

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