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Positiv leben mit HIV: Der Beginn der HIV-Therapie entscheidet über die Lebensqualität

Viruslast

Die Viruslast steht für die Menge an HI-Viren in Ihrem Blut. Je mehr Viren Sie in Ihrem Blut haben, desto höher ist die Viruslast und damit steigt auch das Risiko, dass Sie krank werden. Bei hoher Viruslast schreitet die körperliche Belastung oft schneller voran, Menschen mit sehr niedriger Viruslast können zum Teil längere Zeit beschwerdefrei sein.

Die Viruslast wird anhand des HIV-Erbmaterials im Blut gemessen und als Zahl der HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut angegeben. Eine Viruslast von 1000 zum Beispiel gilt als niedrig, eine Viruslast von 100.000 als hoch.

Viruslast ohne HIV-Therapie

Wenn Sie keine HIV-Medikamente einnehmen, wird Ihre Viruslast in unterschiedlicher Höhe nachweisbar sein. Sie liefert wichtige Informationen über die Aktivität der HIV-Infektion. Bei gleicher Ausgangs-CD4-Zellzahl sinkt die Zahl der Helferzellen bei Patient(inn)en mit hoher Viruslast schneller ab, sodass ihr Risiko steigt, schwer zu erkranken.

Bei einer unbehandelten HIV-Infektion kann die Viruslast von Messung zu Messung schwanken. Nicht jeder Anstieg aber bietet Anlass zur Sorge und selbst eine Verdoppelung muss nichts Schlimmes bedeuten. Impfungen (zum Beispiel gegen Grippe) können zu einem vorübergehenden Anstieg Ihrer Viruslast führen.

Viruslast unter HIV-Therapie

Sobald Sie mit der Behandlung begonnen haben, sollte Ihre Viruslast sinken. Ziel der HIV-Behandlung ist eine nicht mehr nachweisbare Viruslast. Ihre Viruslast sollte innerhalb von drei bis sechs Monaten nach dem Start der HIV-Behandlung unter die Nachweisgrenze gesunken sein und dort bleiben.

Viruslast unter der Nachweisgrenze

Alle Verfahren zur Viruslastbestimmung haben eine Grenze, unterhalb derer sie HIV nicht mehr zuverlässig nachweisen können. Diese Grenze nennt man Nachweisgrenze. Bei den derzeit eingesetzten Verfahren liegt diese Grenze bei 40 oder 50 Viruskopien pro Milliliter. Wenn Ihre Viruslast geringer als 40 oder 50 ist, nennt man das „nicht mehr nachweisbar“. Genau dies ist das Ziel der antiviralen Therapie.

Doch auch wenn die HIV-Menge in Ihrem Blut so gering ist, dass man sie nicht mehr messen kann, heißt das nicht, dass HIV aus Ihrem Körper verschwunden ist. Es können sich immer noch Viruskopien in Ihrem Blut befinden, aber eben in nicht mehr nachweisbarer Menge. Die Verfahren zur Viruslastbestimmung messen nur die Zahl der Viruskopien im Blut. Diese Menge kann sich von der Viruslast in anderen Teilen Ihres Körpers, zum Beispiel in Ihrem Darm oder in Ihren Lymphknoten, unterscheiden.

Warum eine Viruslast unter der Nachweisgrenze gut ist

Zuallererst bedeutet eine Viruslast unter der Nachweisgrenze ein geringeres Risiko, infolge der HIV-Infektion zu erkranken und auch das Risiko für einige andere schwere Erkrankungen ist reduziert. Zweitens bedeutet eine nicht nachweisbare Viruslast, dass das Risiko von Resistenzentwicklungen gegen die HIV-Medikamente sehr gering ist. Und drittens ist bei einer Viruslast unter der Nachweisgrenze auch das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere deutlich geringer.

„Blips“: Ausreißer der Viruslast nach oben

Auch bei nicht nachweisbarer Viruslast kommt es manchmal zu sogenannten Blips, das heißt, die Viruslast steigt von einem Wert unter der Nachweisgrenze auf ein nachweisbares, wenn auch niedriges Niveau und ist dann bei der nächsten Messung wieder unter der Nachweisgrenze. Solche „Ausreißer“ der Viruslast müssen nicht bedeuten, dass Ihre HIV-Behandlung nicht mehr funktioniert. Über die Gründe für solche Blips gibt es eine ganze Reihe von Theorien. Dazu gehören Messfehler im Labor oder Infektionen (z.B. eine Erkältung oder eine Grippe). In einer Studie fand man heraus, dass Blips im Winter häufiger vorkommen, was die Theorie stützen könnte, dass Infektionen zu den möglichen Ursachen gehören. Wenn Ihre Viruslast bei zwei aufeinander folgenden Messungen oberhalb der Nachweisgrenze liegt, sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, was die Ursachen sein könnten und ob Sie Ihre Therapie umstellen müssen.

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